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Glück ist Zuversicht

Glück ist Zuversicht

Die Nachrichtenlage im Zeitalter des Internets kann schnell unübersichtlich werden. Besonders schlechte Nachrichten scheinen täglich zuzunehmen. Was andere nervt, macht manche zu Zynikern oder Depressiven. Dabei sind positive Erwartungen Grundlage für Zuversicht und Treibstoff für die eigene Motivation.

Umso wichtiger ist es deshalb, trotz ungünstiger Weltlage nicht wirklich alle trüben Nachrichten an sich heranzulassen. Doch wie?

Depression frisst Zukunft

Der Mensch kommt ohne Zuversicht, Hoffnung und positiven Gedanken schlecht aus. Ohne einer grundsätzlichen positiven Lebenseinstellung würde keine Basis für Lebensträume und Zukunftspläne bestehen, es gäbe nicht einmal einen vernünftigen Grund, morgens aus dem Bett aufzustehen. Der Zustand einer psychischen Krise, einer Depression, würde den Alltag bestimmen.

Auch Religion wird digital

Doch obwohl der Lebensstandard und die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten in westlichen Industrieländern immer größer und vielfältiger wird, werden die Menschen hier immer trübseliger und pessimistischer. Studien zufolge hängt dieser Alltagspessimismus unmittelbar mit der Permanenz schlechter Nachrichten und dem massiven digitalen Populismus zusammen. Studien zufolge übernimmt diese neue, moderne Informationsgesellschaft den bisherigen Stellenwert von Religionen. Kein Wunder also, dass die Kirche gesellschaftlich immer unbedeutender wird.

Positiv – aber realistisch denken

Soziologen sprechen deshalb von einer psychologisch-gesellschaftlichen Sinnkrise. Was in dieser neuen Welt fehlt, sind die Impulse für positive psychologische Energie im Alltag. Dabei geht es, glaubt man Fachleuten, jedoch nicht um „positives Denken„, sondern um „Zuversicht“ – positiVER SICHT auf den Verlauf unserer ZUkunft. Man sollte Zuversicht allerdings nicht mit rosaroten Optimismus verwechseln. Zuversicht ist vielmehr der nüchterne, realistische Ausblick was da kommen könnte und das Vertrauen in sich selbst, mit allen Umständen fertig zu werden. Es ging ja auch bisher offenbar recht gut.

Hoffnung wird zur Überzeugung

Die unpopuläre Kirche bezeichnet Zuversicht als Hoffnung. Hoffnung ist kein Optimismus, sondern die feste Überzeugung, dass alles, was passiert, durchaus seinen Sinn und Zweck hat. Wenn auch der Sinn von traurigen und einschneidenden Ereignissen erst Jahre später klar werden. Wem dies nicht gelingt, dem fehlt Vertrauen. Nur wer vertrauen in sich selbst hat, kann den Sinn im eigenen Lebenswerk erkennen. Wer jedoch den Glauben an seine innere Überzeugung verliert, nur noch an die Schlechtigkeit der äußeren Welt glaubt, verliert sich langfristig in Frustration. Die innere Überzeugung, der berühmte „Glaube an sich selbst“ ist also Basis seelischer Stärke.

Keinen zwanghaften Optimismus

Das belegen auch Studien. Das US-amerikanische Survey of Consumer Finances befragt regelmäßig Bürger der USA nach ihrem Einkommen, den Konsumgewohnheiten, ihrem Gesundheitsverhalten, ihren Werten, Ansichten und Meinungen. Die Studie beweist, dass Menschen mit einer positiven Selbstüberzeugung wesentlich erfolgreicher und intensiver leben – und dies auch selbstbewusster, gesünder und mutiger. Sie haben im Leben Erfolg, was sie ganz sicher davon ausgehen, im Leben Erfolg zu haben. Das scheint allerdings nur auf „moderate Optimisten“ zuzutreffen. Bei Menschen, die zwanghaft an das Gute glauben und sich zwanghaft (und unrealistisch) positive Gedanken einreden, ist dies nicht so. Die „zwanghaften Optimisten“ verschwenden eher ihre Potenziale – weil sie sich selbst etwas vorspielen.

Placebo-Effekt spricht für sich

Interessant wird es jedoch, sieht man sich medizinisch-psychologische Studien zu diesem Thema an. Beispielweise hinsichtlich des „Placebo-Effektes“: Wer überzeugt von seiner Heilung ausgeht, aktiviert sein Unterbewusstsein, wodurch die körpereigenen Selbstheilungskräfte optimal aktiviert werden. Die Heilkraft der „selbsterfüllenden Prophezeiungen“ kann zwar medizinisch nicht beschrieben werden, ist praktizierenden Medizinern aber durchaus bewusst. Pessimismus sorgt hingegen für negative Stimmung des Unterbewusstseins und der Basis für entsprechend negative Ereignisse und Handlungen.

Realismus ist eine Kunst

Bleibt nur die Frage, wie realistisch der eigene Realismus ist. Denn Realität basiert immer auf der individuellen Erkenntnis und Wahrnehmung des Einzelnen. Schließlich basiert die reale Welt nur auf Ereignisse, die bereits vergangen sind. Die Zukunft hat gegenüber der Vergangenheit jedoch den Nachteil, dass da noch nichts bewiesen und passiert ist – jedoch alles mögliche passieren könnte. Was uns dadurch verunsichert, wenn der Glauben und die Überzeugung in uns selbst knapp geworden ist. Doch Realismus ist auch die Kunst, stets mit dem Unbekannten zu rechnen und sich darauf zu freuen, was die Zukunft bringen könnte. So wird aus negativer Unsicherheit positiver Optimismus.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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