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Gemischte Vergütungsmodelle immer attraktiver

Gemischte Vergütungsmodelle immer attraktiver

Gemischte Vergütungsmodelle verbreiten sich immer weiter. Dabei erhalten Versicherungsvermittler neben den Provisionen zusätzlich von den Kunden Leistungsgebühren.

Voraussetzung ist dabei der Maklervertrag und die festgelegte Staffelung dieser Gebühren.

Provisionen als Grundlage, Honorare für Zusatzleistungen

Gemischte Vergütungsmodelle entstanden nach Wirkung des IDD-Umsetzungsgesetz im Juni. Im ursprünglichen Entwurf ging es noch darum, ein Honorar-Vergütungsmodell auszuschließen. Nach Streichung dieser Klausel gilt jedoch, dass Versicherungsmakler sich sowohl durch Provisionen, als auch durch Honorarvereinbarungen mit Kunden bezahlen lassen dürfen.

Maklerverbände zufrieden

Die Maklerverbände waren zufrieden, mittlerweile befindet sich die honorarbasierte Vergütung auf dem Weg zum Standard. Was nicht verwundert, denn Makler, die über die Vermittlung hinaus auf Honorarbasis für ihre Kunden tätig werden, können bis zu mehr als ein Drittel ihrer Umsätze steigern. Rein rechtlich darf jeder Makler sich Dienstleistungen vom Kunden honorieren lassen, die über seine gesetzlichen Pflichten als Versicherungsmakler hinausgehen und die keinerlei fachlichen und rechtlichen Beschränkungen unterliegen. Wichtig ist jedoch, dass diese Leistungen im Maklervertrag festgelegt wurden. Und dabei rechtlich einwandfrei sind.

Transparente Vergütungsmodelle – keine „versteckten“ Leistungen

Eine Klausel, die besagt, dass der Makler auch Servicegebühren in Fällen erhält, in denen keine Provision fließt, ist rechtlich strittig und zerstört eine wichtige Grundlage der Vermittlung. Denn da ein Makler erfolgsabhängig berät, kann dieser nicht bei einem Nichtabschluss ein Honorar verlangen, quasi als Ausgleich für die entgangene Provision. Seriös hingegen sind Honorare für regelmäßige Jahresgespräche, um mit dem Kunden Veränderungen und Versicherungsbedürfnisse zu prüfen. Denn dieser Mehraufwand im Kundeninteresse gehört nicht zu den üblichen Tätigkeiten eines Vermittlers. Allerdings sollte dies eine Leistung sein, die der Kunde freiwillig in Anspruch nimmt – und keine versteckte Pflicht.

Kein Honorar um jeden Preis!

Kostenpauschalen für die Anfahrt sind zwar rechtlich möglich, aber in der Praxis von Versicherungsvermittlern unüblich. Unüblich und rechtlich unwirksam sind Kostenpauschalen für ausgedruckte Dokumente. Auch wenn im Zeitalter der Digitalisierung alle für den Kunden wichtige Unterlagen elektronisch bearbeitet und versendet werden können, gehört das Versenden von Verträgen und Formularen zu den Pflichten des Versicherungsvermittlers.

Servicepauschalen für echte Serviceleistungen

Servicepauschalen für wirkliche Serviceleistungen dürfen hingegen erhoben werden. Dazu gehört beispielsweise die elektronische oder physische Verwaltung aller Kundenunterlagen, eine Betreuung bei Schadensfällen oder die komplette Kommunikation mit dem Versicherer. Derartige Leistungen gehören nicht zu den Kerntätigkeiten von Maklern, sollten aber unbedingt transparent ausgewiesen werden.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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