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Gefährlicher Krypto-Handel

Gefährlicher Krypto-Handel

Über digitale Währungen wie den Bitcoin scheiden sich die Geister. Selbst Finanzexperten sind sich uneins, ob es sich bei den Kryptowährungen um einen Hype oder um eine ernstzunehmende Finanzanlage handelt. Manche Finanzmakler wollen den digitalen Goldrausch für sich nutzen.

Und vergessen dabei häufig die persönlichen Risiken.

Krypto-Token als Prämie

Die JDC Group, Mutterunternehmen des Maklerpools Jung, DMS & Cie., steht hinter dem Vertrieb von Digitalwährungen und plant, eine eigene, auf Blockchain basierende Währung herauszugeben, dem Krypto-Tockens Blocx. JDC kann es nach eigener Aussage nicht abwarten, endlich die Möglichkeiten der Technologie zu nutzen und die Vorteile an deren Kunden weiterzugeben. Ziel ist es, die größte Krypto-Community in Deutschland aufzubauen. Und alle sollen davon profitieren: Bestands- und Neukunden, Partner, Berater, Vermittler und natürlich auch die Investoren. Teil des Plans ist es, die Beteiligten für alle über die Konzerntöchter vermittelten Geschäfte mit Blocx zu honorieren. An einen offenen Handel von Blocx wird derzeit allerdings nicht gedacht.

Risiken bis zur Privatinsolvenz

Der Lübecker Maklerpool blau direkt macht seinen Vermittlern hingegen klar, dass der kommerzielle Handel mit Kryptowährungen ein erlaubnispflichtiges Geschäft nach §54 KWG ist, und macht insbesondere auf die Risiken von Kryptowährungen aufmerksam: “Kryptowährungen werden nicht unbegrenzt in den Himmel steigen. Früher oder später kommt es zu Kursverlusten. Der Vermittler hat einen Teil des Kundengeldes als Provision bekommen, wird aber den vollen Verlust erstatten müssen. Wir halten die Privatinsolvenz entsprechender Vermittler nahezu für unausweichlich“, so blau-direkt-Geschäftsführer Oliver Pradetto.

Stornoprovisionen in Gefahr

Gewerblich motivierte Vermittlungen von Kryptowährungen sind laut Bafin illegal. Für Makler heißt dies, dass im Fall der Fälle die Vermögenshaftpflichtversicherung der Makler bezüglich der Vermittlung von Kryptowährungen keinesfalls greift. Konsequenz für betroffene Vermittler wären dann die unbegrenzte Privathaftung, die schlimmstenfalls in der Privatinsolvenz mündet. Wenn Makler durch Krypto-Geschäfte in die Insolvenz geraten, können auch Stornoprovisionen nicht mehr bedient werden.

Konsequenz: Alle blau-direkt-Vermittler, die Krypto-Währungen in ihrem Vermittlungs-Portfolio mit aufgenommen haben, erhalten umgehend lediglich ratierliche Courtagezahlungen über den Haftungszeitraum ausgezahlt. So will sich blau direkt vor möglichen Privatinsolvenzen absichern. Die deutliche Positionierung der Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin wird sogar noch deutlicher: Ein Handel von Kryptowährungen ohne Erlaubnis ist strafbar.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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