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GDV publiziert kaum nachvollziehbare BU-Statistik

GDV publiziert kaum nachvollziehbare BU-Statistik

Häufigste Ursachen für eine Berufs- und Erwerbsunfähigkeit waren 2016 psychische Erkrankungen. So eine Studie des GDV. Danach folgen Krebs und Erkrankungen am Bewegungsapparat.

Statistisch erfasst wurden auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Psychische Erkrankungen führen statistisch

Auf Basis einer Teilerhebung seiner Mitgliedsunternehmen gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) eine Statistik zu den häufigsten Ursachen für eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit des Versicherungsjahres 2016 bekannt. Demnach war sowohl bei Männern als auch bei Frauen psychische Erkrankungen hauptsächliche Ursache für Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsanträge. Jede dritte Frau, bzw. jeder vierte Mann führt demnach eine psychische Erkrankung als Ursache seines BU-/EU-Falls an.

Mehr Männer erwerbsunfähig

Ursächlich den Krankheitsbeschwerden gibt es starke geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei den Krebsfällen ist jeder vierte BU-/EU-Fall von einer Frau beantragt worden, bei den Männern nur jeder siebte Antrag. Bei den darauf folgenden Erkrankungen des Bewegungsapparates führen hingegen die Männer mit über einem Fünftel der Anträge, die Frauen bilden dabei nur einen Siebtel der Anträge. Gesamtstatistisch werden mehr Männer als Frauen berufs- bzw. erwerbsunfähig. Weitere konkrete Krankheitsursachen sind Unfälle, Erkrankungen am Herzkreislaufsystem sowie Probleme mit dem Nervensystem.

Fachöffentlichkeit kritisiert BU-Statistik

Die Fachöffentlichkeit kritisierte die Studie als intransparent. Besonders die Vermeidung absoluter Zahlen tatsächlicher BU-Leistungsfälle wird beklagt. Die analysierte Basis der GDV-Teilerhebung bezog sich lediglich auf 38 Prozent seines Gesamtbestandes. Wenn Quoten nicht infrage gestellt werden sollen, müssen diese Quoten auch mit nachvollziehbarem Zahlenmaterial unterfüttert werden, so der Versicherungsmakler und BU-Spezialist Matthias Helberg im Versicherungsjournal.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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