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GDV fordert Riester-Reform

GDV fordert Riester-Reform

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Riester-Rente ein Erfolgsprodukt. So zumindest Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth. Damit aber das Vertrauen in die Lebensversicherung so bleibt, sollte dieses Produkt reformiert werden.

Dazu schlägt der Verband drei wesentliche Punkte vor, die das Riestern verbessern sollen.

Ein Erfolgsprodukt?

Es hängt viel an Lebensversicherungsprodukten. Die Branche weiß, dass Altersvorsorgeprodukte mit modifizierten Garantien durchaus ihren Anteil am Neugeschäft von Lebensversicherungen steigern. Für 2019 erwarten die Lebensversicherer im GDV ein Beitragswachstum aufgrund steigender Beiträge. Immerhin nahmen im vergangenen Jahr die Beitragseinnahmen um 1,4 Prozent zu und konnten auf rund 92 Milliarden Euro anwachsen. Dabei erwirtschaftete das Neugeschäft bei der Riester-Rente ein Plus von guten 0,5 Prozent.

GDV fordert Verbesserungen

Der GDV erkennt in diesen Zahlen ein „ungebrochenes Vertrauen“ in die Lebensversicherung – damit das auch in Zukunft so bleibt, ist eine zentrale Forderung des Verbandes eine umfassende Reform der Riester-Rente. Worin sicher auch die Kritiker des umstrittenen Rentenprodukts zustimmen. Um Riester grundsätzlich zu verbessern und für einen Wettbewerb zu rüsten, hat der GDV drei wesentliche Punkte für Reformen ausgearbeitet.

Drei Punkte für mehr Wachstum

Grundsätzlich sollen künftig nach Ansicht des GDV alle Steuerpflichtigen in die Riester-Förderung einbezogen werden. Auch sollten weitere Rückforderungsgründe ausbezahlter Zulagen vermieden werden. Dazu sollte die Zulagenstelle die grundsätzliche Voraussetzung für die Förderung bereits vor Auszahlung der Zulagen prüfen. Am sinnvollsten hält von Fürstenwerth es deshalb, wenn dazu ein wesentlich vereinfachtes Zulagensystem geschaffen werden würde. So könnte künftig grundsätzlich ein Anspruch auf Zulagen in Höhe von x-Prozent des Eigenbeitrages denkbar und sinnvoll sein.

Riester-light

Jörg von Fürstenwerth regt an, die bestehende Vorsorgelandschaft um wesentliche Standardprodukte zu ergänzen. So würden sich Riester-Produkte anbieten lassen, die nur über die wichtigsten Eigenschaften verfügen und deshalb zu geringeren Kosten angeboten werden könnten. Wenn dann noch eine vereinfachte Zertifizierung und Klassifizierung von Riester-Produkten möglich wäre, könnten weitere Kosten eingespart werden.

Weg vom Wohn-Riestern!

Als letzten Punkt schlägt der GDV vor, die Förderung an die Einkommensentwicklung zu koppeln. Auf dieser Grundlage wird grundsätzlich gefordert, die Riester-Grundzulage auf 200 Euro sowie die Förderhöchstgrenze auf 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze anzuheben. Auch sollte Wohn-Riester nicht mehr verpflichtend sein. Riester-Produkte sollten sich vielmehr auf die lebenslange finanzielle Versorgung im Alter beziehen – dafür wurden sie schließlich entwickelt.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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