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Frankfurt kämpft um Banker und FinTechs

Frankfurt kämpft um Banker und FinTechs

Frankfurt hofft nicht nur auf Zuwachs durch den Brexit. Die Großstadt am Main hofft auch, deutsches Zentrum der FinTech-Industrie zu werden.

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Hochhaus Pollux in Frankfurt am Main © Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) – wikimedia.org

Mitte November wurde das Pollux-Hochhaus als FinTech-Gründerzentrum eröffnet, das sich zu einem Treffpunkt für Investoren und Anbieter der Finanztechnologie entwickeln soll. Die Politik hofft, dass sich das Tech-Quartier auch als zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für ausländische Startups und FinTechs entwickelt, die von Frankfurt aus über Deutschland den europäischen Markt erobern wollen.

Bis zu drei Etagen für FinTech-Innovationen

Das Pollux-Haus an der Messe bietet dafür eine ganze Etage mit 120 Arbeitsplätzen. Bereits jetzt plant man aufgrund der großen Nachfrage, eine zweite und dritte Etage für FinTechs zur Verfügung zu stellen. An diesem Tech-Quartier sei einzigartig, dass dort enge Kooperationen zwischen Finanzindustrie und Wissenschaft möglich sind. Geschäftsführer Sebastian Schäfer, der das Zentrum gemeinsam mit dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir feierlich eröffnete, hofft außerdem, dass dieses Zentrum das Umfeld für Gründer der Region stärkt und international sichtbar macht. Gegründet wurde das neue Tech-Quartier von der Goethe-Universität und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank und soll sich ausschließlich aus Mietverträgen und Sponsorengelder tragen. Zu den Sponsoren gehört die Commerzbank, die Deutsche Bank, Deutsche Börse, Landesbank Hessen-Thüringen und die ING-Diba. Weitere Geldgeber sind Allen & Overy, Ernst & Young, KPMG, PwC sowie die Sparda-Bank Hessen.

Berlin hat FinTech-Nase vorn

Das Zentrum soll dazu beitragen, Frankfurt zum kontinentalen Oberzentrum der FinTech-Branche zu entwickeln, womit wichtige Voraussetzungen bereits vorliegen: Frankfurt am Main, von der Bundesregierung zu einem der fünf deutschen Digital Hubs ernannt wurde, ist bereits deutsches Finanzzentrum und führender Hotspot der IT-Industrie.
Dennoch ist Berlin mit rund 70 Startups stärkster FinTech-Standort in Deutschland. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet befinden sich dagegen erst 56 Unternehmen, alleine in Frankfurt lediglich 38 FinTechs.

Schwächer als stärker?

Außerdem hofft Frankfurt auf den Zuzug tausender Banker aufgrund des Brexit. Doch während viele Banken versuchen, möglichst viel Personal in London zu halten, scheint bei anderen ein Umzug nach Dublin in die EU-Republik Irland näher. Und die bereits in Frankfurt ansässigen Banken befinden sich in einer tiefen Krise mit ungewissem Ausgang. Experten befürchten deshalb, dass der Finanzplatz am Main sich letztlich schwächer als erwartet entwickeln könnte.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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