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Forderung nach mehr Impulsen für die bAV

Forderung nach mehr Impulsen für die bAV

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sollte eigentlich auch für eine Neubelebung des Vertriebs von betrieblichen Altersversorgungen (bAV) sorgen. Tatsächlich passierte da aber wenig.

Die Studie „Trendmonitor Finanzdienstleistungen“ sieht dabei eine hauptsächliche Hürde in der mangelnden Aktivität der Arbeitgeber.

Branchenerwartungen nur „mangelhaft“ erfüllt

Die Studie „Trendmonitor Finanzdienstleistungen“ des Marktforschungsunternehmens Nordlight Research, zu der etwa eintausend Erwerbstätige befragt wurden, kommt zu dem Schluss, dass das Betriebsrentenstärkungsgesetz die Hoffnungen und Erwartungen der Branche bisher nur mangelhaft erfüllen konnte.

Arbeitgeber „wenig begeistert“

So wissen fast 25 Prozent der Befragten überhaupt nicht, worum es sich beim 2018 in Kraft getretene Betriebsrentenstärkungsgesetz überhaupt handelt. Eine Mehrheit hingegen ist von den Betriebsrentenangeboten ihrer Arbeitgeber „wenig begeistert“. Der Anfang 2019 eingeführte Pflichtzuschuss der Arbeitgeber von mindestens 15 Prozent des umgewandelten Entgelts hat dabei bislang kaum etwas verändert.

KMU bleiben „eher passiv“

Insbesondere zahlreiche kleine und mittlere Betriebe blieben in Sachen Betriebsrente eher passiv und sehen kaum Gründe, ihre Mitarbeiter zu einem Abschluss zu motivieren. Lediglich jeder zweite sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Deutschland verfügt über eine Betriebsrente. Die Nachfrage stagniert zur Zeit.

Arbeitgeber sind „Stellschraube“

Die Studienautoren bezeichnen deshalb eine „mangelnde Aktivität der Arbeitgeber“ als eine der Haupthürden für den Abschluss einer bAV-Police. Aber auch die Höhe des Eigenbetrags und ein grundsätzlicher Zweifel an der Rentabilität würde eine erhebliche Rolle bei der Stagnation spielen. Immerhin: 74 Prozent der Neuabschlüsse gehen auf Initiative der Arbeitgeber zurück. Lediglich 26 Prozent aufgrund des Arbeitnehmer-Interesses.

Stärkere Impulse gefordert

Entscheidend für den Abschluss einer bAV ist hauptsächlich der Arbeitgeberzuschuss, somit sind Arbeitgeber zentrale Stellschraube aus Vertriebssicht. Die Politik sollte den mittleren und kleinen Betrieben wesentlich stärkere Impulse aussenden. Es fehlt an fachlicher Unterstützung und den positiven Vermittlungsanreizen. Außerdem könnte aus Vermittlersicht auch der bestehende Verwaltungsaufwand reduziert werden.

Naive Forderungen

Mehr Eigenaktivität von den Erwerbstätigen zu verlangen, scheint aus Sicht der Studienautoren gegenwärtig sehr naiv gedacht. Lediglich 15 Prozent der Betroffenen wüssten überhaupt, was beim Betriebsrentenstärkungsgesetz überhaupt angestrebt wird. Es werden in diesem Bereich eher Impulse von der Arbeitgeberseite erwartet.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Comment

  1. Eine betriebliche Altersversorgung, zum Beispiel mit Garantien, ist eher finanziell uninteressant.
    Einerseits schmälert es das zu versteuernde Einkommen, was zu niedrigeren Beiträgen bei der gesetzlichen Kranken-Pflege und Rentenversicherung führt. Andererseits wird wegen der hohen Kosten für die Garantien die Rendite radikal reduziert. Mit meiner Geschäftsidee-für Vorstände großer Versicherungen-sind aber 9% Rendite wahrscheinlich. Der Unterschied kann anstatt einer lebenslangen Rente von €1000,00 durchaus € 3200,00 sein. Bei 30 Jahren Rentenauszahlung monatlich eine Differenz von € 792.000,00.

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