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FinTech entdeckt das Taschengeld

FinTech entdeckt das Taschengeld

Die FinTech-Szene entdeckt Kinder als Finanzkunden von morgen. Wird das bargeldlose Taschengeld ein neuer Trend?

Die Digitalisierung reicht bis in die Kinderzimmer. Nun hat es ein deutsches FinTech-Unternehmen auf das Taschengeld von Kindern abgesehen. Geschätzt 3 Milliarden Euro kursieren als Taschengeld alleine in Deutschland. Geld, für das auf den Online-Marktplätzen durchaus noch Platz ist.

Eltern sollen volle Kontrolle behalten

Das Startup Okiko aus Mönchengladbach entwickelte deshalb Online-Banking für kindgerechten Einkauf im Internet. Das Online Kinder Konto (abgekürzt: Okiko) soll im Januar 2017 starten. Dazu bietet ein angebundenes Portal ausgesuchte Angebote von verbundenen E-Commerce-Partnern, auf dem Kindern auf virtuelle Shoppingtour gehen können. Die Eltern sollen dabei jedoch immer die Kontrolle behalten. Das Konto kann nur von den Eltern per Banküberweisung aufgeladen werden. Durch individuelle Einstellungen und Artikel-Filter erhalten die Erziehungsberechtigten den vollen Zugriff auf die E-Commerce-Aktivitäten der Kleinen.

Die Zahlungen werden über Express-Check-outs über die Okiko-Konten abgewickelt. Dadurch ist bei den einzelnen Händlern keine zusätzliche Registrierung notwendig. Auch Kreditkarten werden nicht benötigt. Ziel ist laut Pressemitteilung des Unternehmens, die „enorme potenzielle Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen auch online nutzbar“ zu machen – „auf sichere und transparente Weise“.

Kindermarketing im Auftrieb

Händler können ihre eigenen Online-Shops bei Verwendung gängiger Shop-Systeme via Plug-in über das Okiko-Portal integrieren.
Okiko ist ein Ableger der deutschen Agentur für Kindermarketing Element of Art. Die Werber mit den pädagogischen Potenzialen entwickelten bereits kindgerechte Kampagnen für Kunden wie Lufthansa und McDonalds.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Comment

  1. In meinen Augen verwerflicher Unsinn! Wahrscheinlich muss als Begründung dann herhalten, dass die Kleinen frühzeitig lernen, mit den entsprechenden Medien/Tools umzugehen – vermeintliche Medienkompetenz, geht m.E. Hand in Hand mit digitaler Demenz. Im Prinzip geht es auch hier nur darum, sich eine möglichst dicke Scheibe von den 3 Milliarden abzuschneiden. Erinnere mich gut daran, wie meine Tochter mal im toom in der Zeitschriften Abteilung ein Wendy Heftchen wieder zurück legte (was ne Leistung für ein 4 Jährige!) weil Sie dafür den Euro nicht ausgeben wollte, den ich ihr vorher in die Hand gedrückt hatte. Derartige AHA Erlebnisse fallen dann zukünftig weg: Frei nach dem Motto: Bei uns zuhause muss keiner arbeiten, bei uns kommt das Geld aus dem Automaten/Computer.. nächste Stufe ist dann wohl Kikre … der Kinderkredit für die kleinsten, natürlich unter voller Kontrolle der Eltern 😉

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