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ERGO prüft Abwicklung von 6 Millionen Policen

ERGO prüft Abwicklung von 6 Millionen Policen

Der ERGO-Konzern prüft den Verkauf seiner Töchter Leben und Victoria. Chinesische und britische Investoren stehen angeblich schon bereit.

Rund 6 Millionen Besitzer von Lebensversicherungspolicen müssen sich auf neue Vertragspartner einstellen.

Altbestände binden Kapital

Beide ERGO-Töchter machen keine aktuellen Geschäfte mit der Sparte Leben. Deshalb hat die Victoria Leben ihr Neugeschäft bereits 2010 eingestellt, ERGO Leben seit 2016. Für die vorhandenen Altbestände muss die ERGO teilweise hohe Garantiezinsen zahlen, was das Unternehmenskapital bindet. Die interessierten Investoren haben sich auf die kostengünstige Abwicklung („Run-off“) derartiger Portfolien spezialisiert.

Bafin guckt genau hin

Nach Angaben eines Unternehmenssprecher hat sich die ERGO bisher jedoch noch nicht auf einen Preis oder Verkauf festgelegt, man wolle sich derzeit lediglich Informationen beschaffen, ob Interesse an der Übernahme besteht und ob dafür tragfähige Lösungen und attraktive Preise möglich sind. Die Interessen der Versicherungskunden vertritt in diesem Fall die Finanzaufsicht Bafin, die einen eventuellen Deal vorher prüfen und genehmigen wird.

Auch Generali Deutschland prüft

Einen derartigen Verkauf von über 56 Milliarden Euro aus Kapitalanlagen hat es in Deutschland zuvor nicht gegeben. Eigentlich hatte ERGO-Vorstand Markus Rieß vor, diese Bestände selbst abzuwickeln. Doch da der Run-off-Markt an Bedeutung gewonnen hat, wird ein lukrativerer Weg gesucht. Auch die Generali Deutschland soll derzeit prüfen, ihre vier Millionen Verträge von einem Dritten abwickeln zu lassen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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