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ERGO ermittelt gegen untreue Mitarbeiter

ERGO ermittelt gegen untreue Mitarbeiter

Augenscheinlich kriminelle Manager der russischen ERGO-Tochter ERGO Rus in Sankt Petersburg sollen Millionen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Die FAZ berichtete, der Versicherer bestätigte den Vorgang.

Whistleblower deckt kriminelle Seilschaft auf

Der Schaden soll laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ durch dubiose Geschäfte mit Tagesversicherungen für Auslandsfahrten und einem Weiterverkauf gestohlener Fahrzeuge entstanden sein. ERGO Rus verfügt alleine in Sankt Petersburg über rund 900 Mitarbeiter. Aufgeflogen sind die betrügerischen Mitarbeiter durch einen internen Whistleblower. Anschließend hat die hauseigene Compliance-Abteilung sowie externe forensische Prüfer ermittelt und ihre Ergebnisse der russischen Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt.

Verdächtige unterschlugen Millionen

Im Zuge dessen kam es vergangene Woche zu Durchsuchungen von Geschäftsräumen und einer damit verbundenen Beweissicherung. Nun laufen gegen mehrere Mitarbeiter Ermittlungsverfahren, außerdem sind mehrere verantwortliche Manager freigestellt worden. Das aufgedeckte kriminelle System soll rund 2 Jahre lang gelaufen sein. Im Laufe der Ermittlungen entstanden weitere Vorwürfe gegen die Verdächtigen. So sollen nach Diebstählen wieder aufgefundene Autos vor Rückgabe an die ERGO auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkauft worden sein, die Gewinne strichen die Verdächtigen ein. Hier entstanden Schäden in „niedriger Millionenhöhe“.

Betrügereien über Provisionszahlungen

Ein weitaus größerer Schaden entstand offenbar bei Tagesversicherungen für Auslandsfahrten. Diese Ergänzung der ansonsten ausschließlich in Russland gültigen Kfz-Versicherung wird über ein Vignettensystem vertrieben. Dabei wurden an als Vermittler tätige Mittelsmänner überhöhte Provisionen geflossen, die dann zum Teil anschließend wieder zurück in die Taschen der Versicherungsmitarbeiter gingen.

Derzeit keinen weiteren Auskünfte

Mittlerweile hat die ERGO Group AG am vergangenen Wochenende den Zeitungsbericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)“ bestätigt und eine Pressemeldung dazu veröffentlicht. Der Fall, den ERGO International seit Jahresende 2016 untersucht, konnte wegen globaler Governanceregeln intern aufgedeckt werden. Bereits unmittelbar nach den bestätigten Erkenntnissen wurden personelle Konsequenzen gezogen. Weitere Auskünfte will der Versicherer derzeit nicht machen, um die weitere Aufklärung nicht zu gefährden.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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