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Entlastung für gesetzlich Versicherte

Entlastung für gesetzlich Versicherte

Gute Nachrichten für alle Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen (GKV): 2018 wird es leichte Beitragsentlastungen geben. Derweil arbeitet die SPD intensiv an der Bürgerversicherung.

Aufgrund von Rekordbeschäftigung und günstiger Konjunktur beschloss der zuständige Schätzerkreis eine Senkung der durchschnittlichen Zusatzbeiträge von 1,1 auf 1,0 Prozent.

Bis zu 4,30 Euro weniger

Dennoch war die mögliche Beitragssenkung in Gefahr. Die Krankenkassen erwarten für 2018 erhöhte Ausgaben und strebten deshalb an, den Beitrag stabil zu halten. Deshalb entstand zwischen Gesundheitsministerium, Bundesversicherungsamt und Krankenkassen zu keinem gemeinsamen Votum. Dennoch setzte sich das Gesundheitsministerium durch: Versicherte mit höherem Einkommen können so monatlich 4,30 Euro sparen.

Spielräume durch Beitragsüberschüsse

Der Zusatzbeitrag wird, im Gegensatz zum allgemeinen Beitrag in Höhe von 14,6 Prozent, von den Krankenkassen selbst festgelegt. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation verfügen die gesetzlichen Krankenkassen über Reserven in Höhe von 17,5 Milliarden Euro. Für Gesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU ein Erfolg seiner Politik. Augenblicklich hätten die gesetzlichen Kassen, so Gröhe, „Spielräume für hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen“.

Versicherte sollen nicht profitieren

Die Krankenkassen selbst sehen dies allerdings anders. Der BKK-Dachverband warnte davor, dass die Beitragsunterschiede zwischen den einzelnen Kassen größer werden würden. Besonders die Betriebskrankenkassen fühlen sich benachteiligt. Als bedauerlich bezeichnete Franz Knieps, Vorstand des BKK-Dachverbandes, dass alleine politische Erwägungen dafür sorgen würden, Prioritäten langfristiger Stabilität der Kassensysteme zu vernachlässigen. Doris Pfeiffer, Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes betonte, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen sich im Prozess der finanziellen Stabilisierung befinden, der nunmehr auch fortgesetzt werden sollte.

SPD will Bürgerversicherung erzwingen

Währen dessen könnten die Verhandlungen zur Großen Koalition (GroKo) für Millionen Bürger massive Folgen haben. SPD-Spitzenpolitiker wie der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordern, die Bürgerversicherung und das Aus der privaten Krankenversicherungen zur Koalitionsbedingung zu machen: Die CDU/CSU soll diese, von Fachleuten und Gesundheitsexperten umstrittene Einheitsversicherung mittragen. Der promovierte Gesundheitsökonom Lauterbach ist seit langem Gegner des zweigeteilten Gesundheitssystems. Würde die Union bei diesem Thema nicht einschwenken, würden sich weitere Koalitions-Gespräche erübrigen. Auch die Linke hat sich mehrfach für eine Bürgerversicherung ausgesprochen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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