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Enormer Beratungsbedarf zu Cyberschutz in Heilberufen

Enormer Beratungsbedarf zu Cyberschutz in Heilberufen

Gerade Berufsgruppen, zu deren Kernkompetenzen nicht unbedingt die Datenverwaltung gehört, die aber im Alltag viele Daten fördern und verarbeiten, benötigen eine verlässliche Cyberversicherung.

Makler und Vermittler sollten besonders bei Ärzten und anderen Heilberufen auf die Leistungsmerkmale des individuellen Cyberschutzes achten.

Empfindliche Bußgelder und mehr

Wer seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nur unzureichend personenbezogenen Daten verarbeitet oder speichert, riskiert neben Datenverlust auch empfindliche Bußgelder bis in Millionenhöhe.

Besondere Cybergefahren

Gerade im Medizinbereich schreitet die Digitalisierung voran. Laut Medienberichte sind tausende Arztpraxen, die an das neue Gesundheitsdaten-Netzwerk „Telematikinfrastruktur“ angeschlossen werden, von besonderen Cybergefahren betroffen. Geschätzt in mehr als 90 Prozent aller Praxen bestehen Sicherheitsrisiken in der IT-Infrastruktur.

Gefragt: Datenschutz und Datensicherung

In den wenigsten Fällen sind Mediziner auch IT-Fachleute. Auch scheinen viele spezialisierte Fachdienstleister mit den Ansprüchen des modernen Datenschutzes überfordert zu sein. Die Risiken gehen über die rechtlichen Konsequenzen weit hinaus. Wenn sich Hacker erst einmal für eine Datenerpressung Zugang zu internen Praxissystemen verschafft haben, können Patientendaten gelöscht und für den Arzt nicht mehr abrufbar sein. Ohne Datensicherungskonzepte mit starker Verschlüsselung ein durchaus denkbares Szenario.

Datenschutzkonzepte auf hohem Niveau

Ein Datenschutzkonzept auf hohem Sicherheitsniveau lässt sich in Zusammenarbeit mit Fachleuten erarbeiten und umsetzen. Für Mediziner und Vertreter von Heilberufen empfiehlt sich hier das Sicherheitsportal der Gematik mit nützlichen Hinweisen. Die Gematik berät bereits die Gesundheitsbranche, Gesellschafter des Unternehmens sind z. b. das Bundesministerium für Gesundheit, der Deutsche Apothekerverband, der GKV-Spitzenverband sowie auch die Bundesärztekammer.

Versicherung gegen Restrisiken

Trotz Sicherheitskonzepte, Verschlüsselung und einem hohen DSGVO-Niveau bleibt in der digitalen Welt stets ein Restrisiko. Insbesondere bei Einbeziehung vieler Mitarbeiter bleiben menschliche Risiken, welche aber durchaus von Cyberversicherungen abgedeckt werden. So sorgt der Cyberschutz vor finanziellen Risiken durch Betriebsunterbrechnungen, der Wiederherstellung von Daten sowie durch Rechtsschutz bei behördlichen Ermittlungen. Eine optionale Vermögenshaftpflichtversicherung bietet dabei sogar Ersatz für gezahlte Erpressungesgelder.

Mindeststandards und Ansprechpartner

Vielfach beginnt eine gute Cyberversicherung bereits mit einer Cyber-Hotline für Beratung und Hilfe erfahrener IT-Fachleute und Forensiker um Falle von Krisensituationen. Rechtssicherheit, welcher Schutz der richtige ist, bietet das Bedingungswerk des Versicherers. Hier sollte der Mindeststandard eingehalten werden, den der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V, (GDV) in seinen Versicherungsbedingungen für Cyber vom 31.3.2017 aufgeführt hat.

Essentiell für ärztliche und heilende Berufe sollten Komplettpolicen mit Eigenschaden- und Haftpflichtschutz inklusive garantierte Assistanceleistungen sein. Da damit aber nur die Kosten innerhalb der 72-Stunden-Meldepflicht gewährleistet sind, benötigen Ärzte im Schadenfall Zugriff auf Datenschutzanwälte und -forensiker.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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