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Effektive Pausen im Home Office

Effektive Pausen im Home Office

Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten nicht nur vom Büro, sondern auch von Zuhause aus. Eine Praxis, die viele Vorteile hat, aber auch zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt.

Eine dieser Herausforderungen ist der Anspruch, dass flexible Arbeitszeiten auch flexible Pausen benötigen.

Unterschiede im Pausenverhalten

Die Arbeitspsychologin Jasmin Zimmermann untersuchte für ihr Buch „Arbeitspausen im Home Office“ das Verhältnis zwischen dem Pausenverhalten im Home Office sowie dem Main Office – und fand konkrete Unterschiede heraus. Nur die wenige Betroffene sind in der Lage, selbstbestimmt für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Erholung zu sorgen.

Flexible Pausen nutzen

Zimmermann fand bei ihren Forschungen heraus, dass es im Home Office wesentlich mehr kleinere Pausen in kürzeren Abständen gibt. Eine Vermutung dafür ist, dass durch weniger Ablenkung und Unterbrechungen bestimmte Aufgaben wesentlich schneller abgeschlossen werden und anschließende Pausen als Puffer zwischen den Aufgaben genutzt werden. Außerdem können Pausen am Arbeitsplatz zuhause flexibler genutzt werden, wenn Bedürfnisse wie Hunger und Ablenkung locken.

Rituale schränken ein

An den festen Arbeitsplätzen in den Büros herrschen hingegen ritualisierte Pausenzeiten. Pausenrituale, die meistens für Verabredungen mit Kollegen oder für feste Mittagspausen genutzt werden. Und Rituale schränken die persönliche Flexibilität stark ein.

Mehr Erholung im Home Office

Arbeitnehmer geben auch an, sich nach Pausen im Home Office wesentlich erholter zu fühlen, als im Main Office. Für Jasmin Zimmermann liegt dies auf der Hand. Denn im Home Office der heimischen Umgebung gelingt Erholung besser als am Arbeitsplatz der Firma, an dem auch während Pausen noch mit Kollegen kommuniziert wird und Formalien vorherrschen.

Pause müssen für Ausgleich sorgen

Der Erholungseffekt wird durch die Arbeitspausen beeinflusst. Wenn sich Arbeitnehmer im Home Office verpflichtet fühlen, ihre Arbeitspausen vielmehr als Unterbrechungen zu nutzen, in denen anfallende Hausarbeit oder Kinderbetreuung erledigt wird, ist der anschließende Erholungseffekt gering. Deshalb sollten, so Zimmermanns Resümee, „so gestaltet sein, dass sie im individuellsten Fall als ausgeglichen erlebt werden“.

Jasmin Zimmermanns Buch „Arbeitspausen im Home Office. Eine Untersuchung des Pausenverhaltens, der Erholungsplanung und des Erholungserlebens bei alternierend Telearbeitenden an Hochschulen“ (ISBN 978-3-95853-140-6, eBook ISBN 978-3-95853-141-3) ist bei Pabst Science Publishers erschienen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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