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E-Mobilität richtig versichern

E-Mobilität richtig versichern

Der Trend zum Elektro-Auto nimmt zu. Ein Trend, der laut Kanzlerin unumkehrbar ist, denn die Tage fossiler Kraftstoffe scheinen gezählt. Eine Herausforderung, auch für Kfz-Versicherer.

Die Bundesregierung hat sich als Ziel gesetzt, bis 2020 rund eine Million Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen zuzulassen. Automobilisten sind bei solchen Prognosen eher skeptisch – bis Jahresbeginn 2018 waren in Deutschland lediglich 53.861 E-Fahrzeuge zugelassen, dazu kommen noch einmal 236.710 Hybridautos. Bleibt abzuwarten, woher innerhalb von zwei Jahren 700.000 weitere E-Cars herkommen sollen. Eine Kaufprämie der Bundesregierung soll die Kaufentscheidung fördern.

Chancen für Versicherer

Für Versicherer bleibt immerhin ausreichend Zeit, an vernünftigen Tarifen für die E-Mobilität zu arbeiten. Selbstverständlich benötigen auch E-Autos auf Deutschlands Straßen eine gesetzliche Haftpflichtversicherung. Teil- und Vollkaskoversicherungen sollen jedoch freiwillig bleiben. Spezielle Tarife für E-Mobilisten sind bisher auch noch Mangelware. Die Branche benötigt Erfahrungswerte. So bietet die Allianz für Elektro- und Hybridautos einen satten Rabatt in Höhe von 20 Prozent.

Schutz vor Akku-Schäden

Mitversichert ist dabei auch die existenzielle Batterie des elektrischen Fahrzeugs, der sogenannte Akkumulator. Eine Komponente, die stets weiterentwickelt wird und ihre Tücken hat. So kann es leicht passieren, dass bei einer falschen Bedienung der Ladestation ein erheblicher Leistungsverlust eintritt. Diese Schäden muss die Versicherung abdecken. Bei der Allianz ist auch ein Kurzschluss und äußere Einwirkungen, wie beispielsweise Tierbisse, in einer Höhe von bis zu 20.000 Euro mitversichert.

Am besten Vollkaskoschutz

Experten weisen deshalb darauf hin, dass besonders diese teuren Akkumulatoren unbedingt Bestandteil der Kfz-Versicherung sein sollen und empfehlen grundsätzlich für E-Cars einen Vollkaskoschutz. Denn die grundsätzlichen Anschaffungskosten solcher Fahrzeuge liegen wesentlich höher als vergleichbare, klassische Fahrzeuge mit Benzinmotoren. Eine entsprechende Vollkaskoversicherung deckt sowohl Diebstahl, Einbruch, Glasbruch als auch Wetter- und Kabelschäden ab. Außerdem, im Gegensatz zur Teilkaskoversicherung, auch Unfallschäden sowie Vandalismus.

E-Mobilität muss nicht teurer sein

Alles Schäden, die zu teuren Reparaturen führen können. Bereits das Bergen eines liegengebliebenen E-Cars ist wesentlich schwieriger und kostspieliger, da der Strom eines „Elektrischen“ über die Antriebsachse gewonnen wird. Ein unsachgemäßes Abschleppen kann zu weiteren Schäden, einem Kurzschluss oder sogar Bränden führen. Gefahren, die versichert sein müssen. Und die Kosten solcher Versicherungen gehören sicher zu den Kalkulationen vor einer Kaufentscheidung. Verivox, ein Versicherungsvergleichsportal, rechnete dabei jedoch aus, dass der Versicherungsschutz für ein E-Car dennoch günstiger ausfallen kann, als bei der Kfz-Versicherung für einen Benziner. Es bleibt also ein großes und spannendes Thema für Kfz-Versicherer.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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