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Digitalvertrieb ist auf Menschen angewiesen

Digitalvertrieb ist auf Menschen angewiesen

Anlässlich des „SZ-Versicherungstag 2019“ sind sich die Referenten einig, dass der Vertrieb von Versicherungspolicen ausschließlich über Maschinen nicht funktioniert.

Dr. Philippe Donnet, Chef der Generali-Gruppe, glaubt an den physischen Vertrieb – aber integriert muss er sein.

Kundenerlebnis zu gering

Donnet ist sich aber sicher, dass der Vertrieb transformiert und dadurch professioneller und digitaler werden muss. Wichtig ist es, dass für die Kunden Mehrwerte geschaffen werden. Denn im Vergleich zu anderen Branchen sei das Kundenerlebnis bei Versicherungen noch zu gering. Donnet ist sich sicher, dass Europa weiterhin einer der meist attraktiven Märkte bleiben wird. Gerade der demografische Trend sorgt dafür, dass viele Vorsorge- und Finanzgeschäfte nötig und möglich sind.

Zögerliche Branche von Datenskandalen verschont

Auch R+V-Chef Dr. Norbert Rollinger ist der Meinung, dass das eigene Vertriebsmodell auch weiterhin persönlich bleiben wird – allerdings stark flankiert von den Prozessen der Digitalisierung. Die Verzögerung hinsichtlich des digitalen Umbaus erklärt sich Rollinger mit dem Anspruch der meisten Versicherer, nur durchdachte und sichere Lösungen einzusetzen. Daraus resultiert, dass bei den Datenskandalen der letzten Zeit kein Versicherer beteiligt war. Dadurch ist zu erklären, dass grundsätzlich die Branche eher ein „bisschen langweilig“ wahrgenommen wird.

Datensicherheit als Potenzial

Die Unternehmensberaterin Julia Palte von der EY Innovalue Management Advisors GmbH weiß aus eigener Untersuchungen, dass die Kunden Datensicherheit aufseiten der Versicherer sehr hoch einschätzen. Sie rät der Branche, daraus etwas zu machen. Außerdem empfiehlt Palte Versicherern, Kundenbedürfnisse mit gezielten Datenanalysen optimaler abzudecken. Auch in diesem Bereich stehen Insurtechs für Kooperationen mit Versicherern bereit.

Insurtechs warten auf Kooperationsangebote

So kündigte Julian Teicke von der Wefox-Gruppe an, den eigenen Digitalversicherer One für Versicherungskooperationen zu öffnen und innerhalb „kürzester Zeit“ für Produktanpassungen und Kampagnen zur Verfügung zu stellen. Mittels digitalen Vertriebsstrukturen und einer eigenen digitalen Produktfabrik kann das Kundenerlebnis auf den Stand anderer Industrien gehoben werden. Wefox haben sich nach Aussagen Teickes bereits 1500 Makler angeschlossen, die Unterstützung bei der Neukundenakquise und der Beratungsplanung erhalten.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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