Produktiv

Digitalisierung in der Ausbildung

Digitalisierung in der Ausbildung

Die Digitalisierung der Versicherungsbranche betrifft auch den Aus- und Weiterbildungsbereich. Eine Umfrage zur Ausbildung in der Versicherungsbranche zeigt, dass Digitalisierungs- und IT-Inhalte in der Ausbildung der Versicherer an Bedeutung zunehmen.

Dabei geht es nicht nur um fachtheoretische Schwerpunkte zum Thema Digitalisierung, sondern auch um den Stellenwert elektronischer Lernangebote.

Studie beleuchtet Ausbildung der Versicherungswirtschaft

Bereits 2013 hat die deutsche Versicherungswirtschaft rund 343 Millionen Euro in die Weiterbildung ihrer Innendienstmitarbeiter investiert. Während sich durchschnittlich ein Angestellter jährlich 33 Stunden seiner Weiterbildung widmet, kommen Beschäftigte der Versicherungsbranche jährlich auf 58,1 Stunden. Doch der Fokus der 14. Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft konzentriert sich auf die Arbeits- und Lernwelten von Auszubildenden für den „Kaufmann für Versicherungen und Finanzen“. Publiziert wurde die Umfrage vom Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) und dem Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV).

Schwerpunkte digitaler Ausbildungsinhalte

Die Studie versucht auch zu klären, inwieweit die veränderten Tätigkeitsprofile und Kompetenzen die Einstellung von Auszubildenden beeinflusst. Weitere Punkte sind die integrierten Schwerpunkte von IT-Themenbereichen in der Ausbildung sowie der Stellenwert von E-Learning in der Aus- und Weiterbildung. Dabei zeigt sich, dass rund 75 Prozent der Versicherer ihren Auszubildenden IT-Seminare mit den Schwerpunkten IT/ Cybersicherheit, IT-Grundlagen/ Aufbau sowie Funktionsweisen von IT-Architektur. Allerdings zeigt die Untersuchung auch, dass die „klassische Berufsausbildung“ im Unternehmen überwiegt, der Anteil von Auszubildenden in einem dualen Studiengang hingegen deutlich zugenommen hat. Lag der Anteil dieses ausbildungsintegrierten Studiengangs 2008 noch bei etwa 7,5 Prozent, steigerte sich der Anteil 2013 bereits auf 13,8 Prozent.

E-Learning ist immer und überall möglich

Die Ausbildungsquote liegt dabei jedoch bei stabilen 7 Prozent. Die Bestehensquote der schriftlichen Abschlussprüfung liegt sogar fast wieder bei stolzen 100 Prozent. Was sicher auch an der guten Integration digitaler Lernmethoden liegt. Neun von zehn Versicherern bieten ihren Mitarbeitern Fachliteratur und Leitfäden in digitaler Form. Darüber hinaus stehen meistens webbasierte und interaktive Lernmethoden zur Verfügung. Hauptmotiv der Unternehmen ist dabei die gute Integrierbarkeit digitaler Lehrmittel in den Arbeitsalltag. Die Mehrheit der Versicherer setzt dabei aber auf eine Mischung klassischer und digitaler Weiterbildungsmaßnahmen.

Gesucht werden Eigeninitiative und Eigenverantwortung

Digitale Lehrmittel können in den meisten Fällen zeit- und ortsunabhängig verwendet werden, was Vorteile mit sich bringt. Nachteilig ist jedoch, dass die Weiterbildungsmotivation von der persönlichen Einstellung des Mitarbeiters abhängt. Es kommt deshalb verstärkt auf die Eigeninitiative und die Eigenverantwortung jedes Mitarbeiters an – Charaktereigenschaften, die Personaler bei der Einstellung neuer Azubis seht wichtig sind. Auswahl besteht durchaus – auf eine freie Lehrstelle in der Versicherungswirtschaft bewarben sich im Schnitt 36 Kandidaten. Die Studienautoren sehen aber als Manko, dass IT-Kompetenzen nicht umfänglich abgedeckt werden. Schwerpunkte der vermittelten IT-Grundlagen liegen im Aufbau und der Funktionsweise vorhandener IT-Architektur. Automatisierte Prozesse wie Big Data, Cloud Computing oder Programmiersprachen werden noch von sehr wenigen Versicherern vermittelt.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend