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Deutliche Beitragssteigerungen bei Privaten Krankenkassen

Deutliche Beitragssteigerungen bei Privaten Krankenkassen

Auf deutlich höhere Tarife sollten sich privat Krankenversicherte im Jahr 2017 einstellen. Während die großen Versicherer bereits vor einigen Wochen ihre Versicherten informierten, folgen nun auch die kleineren Versicherer.

Das Nachrichtenmagazin FOCUS Online berichtet von Beitragssteigerungen über 26 Prozent bei Signal Iduna und dem Deutschem Ring. Ein Leser informierte das Onlineportal von jährlich 1068 Euro, die er an zusätzlichen Kosten tragen muss. Es kann aber auch noch teurer werden. Die AXA fordert von ihren Kunden ganze 49,6 Prozent höhere Beiträge, bei der Debeka geht es angeblich um Preissteigerungen bis zu 24 Prozent.

PKV hat Kampf um Mitglieder verloren

Die durchschnittliche Beitragserhöhung der privaten Krankenversicherer soll sich zwischen zehn und elf Prozent bewegen. Die PKV ist verpflichtet, bei einem medizinischen Kostenanstieg von über zehn Prozent ihre Beiträge anzupassen. Und 2016 mussten die privaten Versicherer nicht nur die gestiegenen Kosten in ihre Kalkulation einbeziehen, sondern auch die gestiegene Lebenserwartung sowie den gesunkenen Rechnungszins. Den Kampf um die Mitglieder haben die Versicherer bei dieser Entwicklung bereits deutlich verloren. Branchenexperten prognostizieren Massenaustritte.

Gesundheitsversorgung wird immer teurer

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) haben die privaten Kassen in den vergangenen Jahren durchschnittlich bereits 189.000 Vollversicherte verloren. Seit 2012 wechselten mehr Privatversicherte in das System der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), als umgekehrt. Allerdings drohen langfristig auch bei der GKV steigende Zusatzbeiträge, da die Gesundheitsversorgung generell immer teurer wird. Durch eine gesellschaftliche Vergreisung und dem zunehmenden medizinischen Fortschritt ziehen immer teurere Behandlungen auch die Medikamentenpreise an. Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen betont, dass die Leistungen der privaten Krankenversicherungen oft geringer ausfallen, als die der gesetzlichen. Und es sind vor allem Rentner, die unter den hohen Versicherungsprämien leiden.

Eine Entwicklung, die eine Diskussion um die umstrittene Bürgerversicherung kräftige Argumente liefert.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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