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Deutliche Bedeutungsabnahme der Vollversicherungen

Deutliche Bedeutungsabnahme der Vollversicherungen

Nach einer aktuellen Marktstudie erwarten mehr Makler als zuvor sinkende Courtageeinnahmen im Neugeschäft mit Vollversicherungen.

So zumindest das Fazit des „Vertriebswegesurvey PKV“ von Willis Towers Watson. Demnach nimmt die Bedeutung des Geschäfts mit Vollversicherungen immer mehr ab.

Abwanderung zur GKV konnte gestoppt werden

Wie auch schon der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. anlässlich seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz bekannt gab, ist 2016 ist der Bestand an Krankenvollversicherten erneut zurückgegangen. Allerdings fiel das Minus mit 17.300 erneut niedriger aus, als im Jahr zuvor – nach Ansicht des PKV-Verbands konnte damit der Abwärtstrend als gestoppt angesehen werden. So konnte im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres ein positiver Saldo im Nettozugang erzielt werden. Auch die Abwanderungen von der PKV zur GKV fielen erstmals seit vier Jahren zugunsten der PKV aus.

Vom Neugeschäftsrückgang am stärksten betroffen sind jedoch besonders die unabhängigen Vermittler. Deren Neugeschäftsanteil ging zwischen 2012 und 2015 um fast neun Prozent zurück, wovon die Ausschließlichkeit, die in diesem Zeitraum ihren Anteil in etwa genau dieser Größenordnung steigern konnte.

2017 kaum Veränderung

Experten gehen davon aus, dass die Entwicklung im laufenden Jahr kaum anders verlaufen wird. Nach einer Online-Umfrage unter 244 Maklern und Mehrfachvertretern erwartet lediglich jeder sechste Vermittler bessere Courtageeinnahmen in der Vollversicherung. Die Anzahl der befragten unabhängigen Vermittler, die 2017 von schlechteren Einnahmen ausgehen, hat sich hingegen mehr als verdoppelt. Hat das Geschäft mit Vollversicherungen für die 16 Prozent der Makler 2016 noch eine große Rolle gespielt, waren es jetzt nur noch knappe 12 Prozent.

Neben einer detaillierten Rangliste zu den Geschäftsanteilen und der Vermittlerzufriedenheit in der Vollversicherung enthält der 361-seitige Marktbericht „Asscompact Award private Kranken- und Pflegeversicherung 2017“ auch eine Analyse der 14 wichtigsten Anbieter. Außerdem wurde die Situation der Zusatzversicherungen und der Pflegeversicherung analysiert.
Der Bericht steht für 2.320,50 Euro über ASS-Compact zur Verfügung.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Comment

  1. Aufklärung ist alles. Kürzlich sah ich mir einen alten Tatort an. Der Titel lautet: „Edel sei der Mensch und gesund“.
    Hier wird in toller Weise die problematische Abrechnung der Kassenpatienten in einer Hausarztpraxis beschrieben. Letztendlich bedauerlicher Weise mit Todesfolge – sonst wäre es ja auch kein Tatort…
    Es ist doch an uns, unsere Mandanten / Kunden oder wie auch immer – auf diese Problematik hinzuweisen. Klar, die Versicherungen werden – wie alles andere auch – teurer. Aber wie schaut es denn mit der GKV aus. Versteckte Beitragsanpassungen durch Anhebung der BBG kennen wir alle. Wir (!) müssen aufklären und aufhören zu jammern. Von der Politik können wir Makler nichts erwarten…

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