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Das Negativimage einer Berufsgruppe

Das Negativimage einer Berufsgruppe

Laut einer aktuellen Bürgerbefragung ist der Ruf des Versicherungsvertreters derzeit erheblich beschädigt. In der Beliebtheit rangiert die Berufsgruppe hinter den Politikern.

Zu der Umfrage wurden 2.006 repräsentative Bürger zu 34 ausgewählten Berufsgruppen befragt.

Studie des Deutschen Beamtenbundes

Dabei wurden vom Deutschen Beamtenbund, in Kooperation mit der Forsa – Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, in der Studie „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2019“ die Berufe mit dem geringsten und höchsten Ansehen in Deutschland ausgewertet. Nur bei lediglich zehn Prozent der Befragten verfügen Versicherungsvertreter über ein hohes Ansehen.

Retter haben höchstes Ansehen

Das höchste Ansehen genießen mit einem Anteil von 94 Prozent Feuerwehrmänner und -frauen. Gefolgt von Polizisten (84 Prozent) sowie Erziehern in Kindergärten, bzw. Kindertagesstätten (72 Prozent).

Spekulative Gründe

Versicherungsvertreter landen mit einem Anteil von acht Prozent auf dem letzten Platz und geniessen somit den schlechtesten Ruf. Selbst Müllwerker haben mit 72 Prozent ein wesentlich besseres Image. Gründe für das miese Image der Versicherungsvertreter liefert die Studie leider keine.

Klischees formen das Image

Wer ähnliche Studien jedoch über Jahre verfolgt, muss erkennen, dass Versicherungsvertreter immer schon zur Berufsgruppe mit einem sehr geringen Ansehen zählen. Das Negativ-Image lag bereits 2007 bei 11 Prozent und 2016 bei etwa neun Prozent.

Kein Grund für Trübsal

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) sieht in dieser Studie jedoch keinen Grund für Pessimismus. BVK-Präsident Michael H. Heinz empfindet diesen Imagewandel als ein kontinuierlicher, lediglich langsamer Prozess, der nur durch optimistische Ausdauer zu überwinden ist. Initiativen wie zu den Kaufmannstugenden, der Gründung des Vereins Ehrbare Versicherungskaufleute oder dem BVK-Berufsbild benötigen schließlich ihre Zeit, um zu den Verbrauchern durch zu dringen. Derartige Studienergebnisse „ermuntern uns, weiter daran zu arbeiten, das Image unseres Berufsbildes zu verbessern“, so Michael H. Heinz.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

3 Comments

  1. Mich erstaunt das schlechte Image des „Versicherungsvertreters“ ganz und gar nicht. So lange der bekannte
    Spruch:“Wer nichts wird, wird Wirt und ist ihm dieses nicht gelungen….“ noch vorherrscht, wird sich an der allg. Einschätzung auch wenig ändern. Meines Erachtens liegt es in erster Linie daran, dass der Vertreter als Dienstleister nicht wahrgenommen wird und dies in der Öffentlichkeit auch keineswegs positiv hervorgehoben wird. Es sollten doch einmal die Leute auf der Strasse gefragt werden wie hoch die Zufriedenheit dieser Menschen mit der Betreuung Ihres Vertreters tatsächlich ist. Ich bin nach mehr als
    32 Jahren vertrieblicher Tätigkeit überzeugt ein hierzu wesentlich differenziertes Bild zu erhalten.

  2. es wird langsam Zeit dass die Kolleginnen/en, welche nach dem Prinzip VERBRANNTE ERDE arbeiten (tarnen, täuschen, abschließen, verpissen), verschwinden! Solange es die noch gibt wird der Makler/Vermittler auch weiterhin ein mieses Image haben.

  3. Sehr geehrter Herr Göbel,

    solche „Typen“ sollte man m.E. nicht als Kollegen/innen bezeichnen. Diese schaden unserem Berufsstand tatsächlich, ich bin allerdings, angesichts der sinkenden Vermittlerschar und der in den letzten Jahren verschärften Zulassungsbestimmungen , der Hoffnung, dass sich dieses in absehbarer Zeit zum positiven verändert.

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