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DAK fordert Debatte zu Suchtproblemen am Arbeitsplatz

DAK fordert Debatte zu Suchtproblemen am Arbeitsplatz

Die DAK wünscht sich eine breite gesellschaftliche Debatte zum Thema Suchtgefahren am Arbeitsplatz. Obwohl laut eigenem Gesundheitsreport immer mehr junge Menschen zur Gruppe der Nichtraucher gehören, haben immer noch rund vier Millionen Erwerbstätige Alkoholprobleme.

Erfreulich: Der Banken- und Versicherungssektor weist durchschnittlich weniger sucht-ursächliche Fehltage auf, als alle anderen Branchen.

Gesundheitsreport 2019

Die DAK hatte als eine der größten Ersatzkassen unter den gesetzlichen Krankenkassen im April ihren „Gesundheitsreport 2019“ vorgestellt, bei dem unter anderem neben Statistiken zu Fehltagen und Arbeitsunfähigkeit auch um alte und neue Suchtgefahren an deutschen Arbeitsplätzen geht. Für den Report hatte die DAK in Kooperation mit dem Iges-Institut Daten von rund 2,5 Millionen Arbeitnehmern ausgewertet.

Keine effektiven Angebote gegen Alkoholmissbrauch

Zusätzlich wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Dazu wurden genau 5.614 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Sucht-ursächliche Fehltage sind demnach bei 74 Prozent aller Fälle auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Und es sind hauptsächlich die Auszubildenden, die gerne nach durchzechten Nächten das Wochenende auf den Montag ausweiten. Fast bei jedem zehnten Arbeitnehmer ist ein gefährlicher Alkoholkonsum festzustellen. Nach Meinung des DAK liegt dies auch an nicht vorhandenen flächendeckenden und wirksamen Angeboten gegen Alkoholmissbrauch.

Gesellschaftliche Debatte fehlt

DAK-Chef Andreas Storm betonte anlässlich der Veröffentlichung des Gesundheitsreports während einer Pressekonferenz in Berlin, dass die Ergebnisse deutlich machen würden, dass der Wirtschaft eine breite gesellschaftliche Debatte zur Suchtproblematik in den Betrieben fehlt. Erfreulich sei allerdings, dass die meisten Nichtraucher mittlerweile unter den 18- bis 29-jährigen zu finden sind.

53 Milliarden kosten Raucher den Kassen jährlich

Den größten Anteil an Rauchern stellt mit 23,7 Prozent die Gruppe der 60- bis 65-jährigen. Fast die Hälfte der Befragten Raucher (insgesamt 1.085 Personen) gab an, auch während der Arbeitszeit am Arbeitsplatz zu rauchen. Iges-Geschäftsführer Hans-Dieter Nolting fordert deshalb ein umfassendes Werbeverbot für Tabak und E-Zigaretten. Marlene Mortler von der CSU beziffert als Bundesdrogenbeauftragen die Kosten der Rauchfolgen mit 53 Milliarden Euro jährlich.

9,3 Fehltage durchschnittlich

Die höchsten Fehltage unter den 2,5 Millionen DAK-Versicherten gab es im Bereich des Gesundheitswesens (12,7 Fehltage je 100 Versicherte) sowie in der öffentlichen Verwaltung (11,4 Fehltage), Der branchenweite Durchschnitt beträgt 9,3 Fehltage. Die Branche der Banken und Versicherungen schnitt dabei (fast) am besten ab: Mit nur 6,7 Fehltage liegt die Finanzindustrie auf Platz zwei, gefolgt von den Organisationen und Verbänden, die mit 5 durchschnittlichen Fehltagen führen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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