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Cyberangriffe nehmen rasant zu

Cyberangriffe nehmen rasant zu

2017 war ein Rekordjahr in Sachen Cyberschäden. Hauptursache für die virtuellen Angriffe auf die digitale Verwaltungsarchitektur der Unternehmen war laut einer Studie der Einsatz sogenannter Ransomware.

Besonders betroffen waren dabei Finanzdienstleister.

Ein Angriff pro Tag

2017 wurden mehr Cyberschäden gemeldet als in den ganzen vier Jahren davor. Nach der neuen AIG-Cyber-Schadenstudie 2018 kam es im vergangenen Jahr statistisch zu einem Angriff pro Tag. Ein bitteres Ergebnis. Ein Viertel dieser Angriffe ist demnach auf den Einsatz von Ransomware zurückzuführen.

Ransomware sorgt für Druck und Verluste

Bei Ransomware handelt es sich um Softwarewerkzeuge, die sich auf dem PC des Angegriffenen einnistet, ihn lahmlegt und die Zahlung einer Lösegeldsumme fordert. Erst dann, so die oftmals trügerische Hoffnung die Erpresser bei ihren Opfern erzeugen, werden die Daten wieder freigegeben. Tatsächlich handelt es sich bei Ransomware um Trojaner, also verdeckte Programme, die alle Daten des angegriffenen Computers codieren und unbrauchbar machen. Häufig wird bereits schon der Computer gesperrt. Wird das Lösegeld dann gezahlt, passiert meist nichts – der Zugang zum PC und zu den Daten bleibt meistens gesperrt.

Menschliches Versagen immer noch hoch

Über ein Viertel aller in dieser Studie einbezogenen Datenangriffe bezieht sich auf Ransomware. Dann erst folgen die Hackerangriffe und sonstigen Sicherheitsausfälle. Identitätsbetrug liegt bisher lediglich bei einem Anteil von 9 Prozent. Das „menschliche Versagen“ in Bezug auf Cyberschäden ist nach wie vor relativ hoch. Die AIG betont, dass 2017 die Qualität hochkomplexer und systematisch ausgerichteter Cyberattacken zugenommen hat. Viele angegriffene Unternehmen und Organisationen hatten durch die aus diesen Angriffen resultierenden Betriebsunterbrechungen mit großen Problemen zu kämpfen, die zu großen finanziellen Auswirkungen führten, was sich durchaus sogar in erheblichen Bilanzverlusten widerspiegelte.

DSGVO wird Statistik verschlimmern

Experten sind überzeugt, dass die Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) den Erpressern in die Hände spielt. Die Bedrohung der Datensicherheit von Firmen würde die Bereitschaft, Erpressungsgelder zu zahlen, nur steigern. Betroffene haben Angst, ihre Datensicherheit durch Fahrlässigkeit oder Unkenntnis verletzt zu haben und würden zudem staatliche Konsequenzen fürchten. Da dadurch Cyberattacken gewissenhafter und schneller gemeldet werden, wird die Statistik weiterhin rasant steigen – ein Effekt, der bereits in den USA seit Einführung der Gesetzte zur Meldepflicht bei Sicherheitsverletzungen im Jahre 2002 zu beobachten ist. Dort führte fast jeder Cyberangriff zu Sammelklagen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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