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Corona und die Versicherer

Corona und die Versicherer

Das Coronavirus betrifft auch die Versicherungsbranche: Pandemiepläne greifen in den Konzernhäusern um sich, Konferenzen und Meetings werden verlegt. Einige Versicherer untersagen sogar Dienstreisen.

Branchenveranstaltungen finden derzeit kaum noch statt und sollen zu späteren Zeitpunkten nachgeholt werden.

Zwischen Quarantäne und Zwangsurlaub

Bei der Knappschaft-Versicherung in Bergheim hat das Virus allerdings schon zugeschlagen. Das Unternehmen hat bereits eine ihrer Filialen geschlossen, nachdem bei einem Ehepaar, das gemeinsam für den Versicherer tätig war, das Coronavirus nachgewiesen wurde. Die Filiale muss jetzt 14 Tage geschlossen bleiben, die restlichen rund 250 Mitarbeiter wurden in den Zwangsurlaub nach Hause geschickt.

Möglichst keine Konferenzen, kaum Meetings

Auch wenn das Risiko gering ist, sind die deutschen Versicherer bemüht, jegliche Risiken für ihre Mitarbeiter auszuschließen. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) hat in Berlin eine internationale Konferenz abgesagt. Und die Debeka verkündete den Verzicht ihrer Bilanzpressekonferenz.

Ausreichend Desinfektionsmittel

Es geht darum, die potenzielle Ansteckungsgefahr zu gering als möglich zu halten. Auch, wenn momentan noch niemand von einer Krise sprechen will: Die Gothaer hat bereits einen internen Krisenstab eingesetzt und Vorsorgemaßnahmen beschlossen. Dazu gehören Verhaltensempfehlungen für Mitarbeiter, ausreichend Desinfektionsmittel in allen Abteilungen und klare Verhaltensregeln, wann und wie Mitarbeiter bei entdeckten Symptomen zu Hause bleiben und ihren Arzt konsultieren. Ebenso wie bei Infektionsverdacht die Unterstützung der Mitarbeiter im Falle häuslicher Quarantänen.

Keine Auslandsreisen

Auch sind Dienstreisen in Risikogebieten bei der Gothaer untersagt. Daneben wurde die Anweisung ausgegeben, Veranstaltungen mit größerer Teilnehmerzahl auf ein notwendiges Maß einzuschränken. Außerdem wurde durch den Personalbereich, den Betriebsarzt, der Verwaltung und anderen Bereichen ein Abstimmkreis gebildet, der sich standortübergreifend trifft und sich regelmäßig informell austauscht.

Homeoffice auf Abruf

Die Zurich hingegen setzt auf ihr „FlexWork“-Konzept, das heißt, es wird der Situation angemessen dynamisch verfahren und situativ gehandelt, beispielsweise durch die Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice. Auch verzichtet die Zurich auf internationale Flüge ihrer Mitarbeiter, um insbesondere bei Grenzschließungen niemanden irgendwo stranden zu lassen. Außerdem wird konsequent auf Videokonferenzen gesetzt.

Schäden sollen überschaubar bleiben

Dennoch wird erwartet, dass die wirtschaftlichen Schäden, die das Virus verursacht, überschaubar bleiben. Die größten Einschnitte entstehen durch die Absage und Verschiebung von Kongressen und Konferenzen. Die Versicherungsschäden stehen hingegen auf einem anderen Blatt. So werden die finanziellen Folgen der Pandemie für Lebensversicherer größer sein. Bei Hunderttausende Tote gehen Rückversicherer von Versicherungskosten zwischen 1,4 und 1,5 Milliarden Euro aus – was speziell beim Coronavirus mit bisher eher geringen Mortalitätsraten bisher unwahrscheinlich ist.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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