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Corona: Risiken und Chancen

Corona: Risiken und Chancen

Die Auswirkungen von Corona sind in der Gesellschaft mehr als deutlich zu spüren, während blau direkt sich als Technologiemarktführer an einem entscheidenden Höhepunkt durch die Digitalisierung befindet. Oliver Pradetto, COO von blau direkt, gibt Einblicke in die Risiken und Chancen von Corona für die Versicherungsbranche.

Welche Chancen siehst du für die Maklerpartner?

Tatsächlich hat der Zwang, Dinge anders zu lösen, mehr Bereitschaft ausgelöst, digitale Wege zu beschreiten. So lassen sich heute Videokonferenzen noch effektiver einsetzen, um Kosten zu reduzieren und gleichzeitig erheblich mehr Kundentermine wahrzunehmen. Eine zweite riesige Chance sehe ich in Bestandsübernahmen. Das mag etwas zynisch klingen, aber krisenbedingt gibt es mehr traditionell arbeitende Makler, die aufgeben. Das eröffnet cleveren Kollegen jetzt die Chance, den eigenen Unternehmensaufbau durch Übernahmen um Jahre abzukürzen.

Wie können wir deiner Meinung nach zukünftig nachhaltiger agieren?

Vor etwa einem Jahr war Greta der meistgehasste Mensch, weil sie von uns etwas gefordert hat, das wir sowieso tun müssen: verzichten. Verzichten ist das Einzige, was realistisch betrachtet die bevorstehende Klimakatastrophe abmildern kann. Damals erschien es unerhört, überzogen und unmöglich, auf einen SUV zu verzichten, auf das Fahrrad umzusteigen, die Kreuzfahrt durch einen Wanderurlaub zu ersetzen und die Geschäftsreise durch eine Online-Konferenz. Kaum war Corona da, war das auf einmal alles kein Problem mehr. Das Fahrrad war plötzlich das meistgenutzte Verkehrsmittel für den Arbeitsweg, und Urlaub machte man vorsichtshalber im eigenen Land. Zynisch könnte man sagen: Was uns das Leben unserer Kinder nicht wert war, war kein Problem, als unser eigenes Leben bedroht war. Natürlich müssen wir es jetzt nicht übertreiben. Wir wollen keine Verbotskultur. Aber vielleicht nehmen wir Corona als Lernerfahrung, dass auch etwas weniger geht.

Was sind die Risiken für blau direkt und die Versicherungsbranche?

Versicherung ist ein psychologisches Produkt. Die Gefahr, dass wir in eine Wirtschaftskrise epischen Ausmaßes geraten, war zwischenzeitlich enorm, und das hätte uns in den Abgrund ziehen können. Wer Angst um seine Arbeit hat, kümmert sich nicht um Vorsorge. Für mich ist es angesichts der katastrophalen Wirtschaftsdaten inmitten der Krise fast ein Wunder, dass die Deutschen mit der Öffnung ihren Optimismus sofort zurückgewannen und wir verschont geblieben sind. Noch ist die Gefahr nicht ganz gebannt, aber mittlerweile glaube ich, dass die berühmte „German Angst“ durch eine „German Unerschütterlichkeit“ ersetzt wurde.

Wurden die Makler dadurch für die Digitalisierung sensibilisiert?

Es wird wie immer sein: Einige geben Vollgas und werden von diesem Veränderungsmomentum enorm profitieren, andere verweigern sich und kehren in den alten Trott zurück. Diese Kollegen werden viel verlieren. Die große Masse dazwischen bewegt sich träge, aber stetig. Vor allem ist den Vertriebschefs klar geworden, dass Digitalisierung eine Lebensversicherung ist. Pools und Vertriebe werden mehr investieren als je zuvor.

Wie können Makler in Zukunft besser digitalaufgestellt sein?

Aktuell hat blau direkt gut und gerne 5 Jahre Vorsprung vor dem nächsten Wettbewerber. Unsere Makler haben damit alles an der Hand, was sie brauchen. Das Einzige, was manchen noch fehlt, ist der Wille. Allerdings sehe ich viel in Bewegung. Wir haben einerseits die jungen Wilden, die die neue Welt bei den Hörnern packen, und andererseits viele Traditionsmakler, die sich ein Herz nehmen und die Veränderung entschlossen angehen. Die große Mehrheit der blau direkt Makler ist endlich aufgestanden und macht sich auf den Weg. Wir werden in den nächsten Monaten unsere Unterstützungsangebote noch ausbauen. Wir packen das – alle zusammen, als Gemeinschaft.

Wie hat sich die Versicherungsbranche in dieser Zeit entwickelt?

Viel hat sich noch nicht geändert, aber ich denke, es sind ein paar Steine angestoßen worden. Die rollen jetzt ins Tal und reißen immer mehr mit sich. Es wird eine Zeit lang dauern, bis wir das Grollen mitbekommen, doch am Ende wird eine große Lawine der Veränderung in unser Tal kommen.


Projektleitung für den Finanz- und Versicherungsverlag

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