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Bye, bye Britain

Bye, bye Britain

Nur noch wenige Stunden verbleibt Großbritannien in der Europäischen Union. Geografisch ändert sich nichts – doch politisch und wirtschaftlich soll der Brexit Folgen nach sich ziehen.

Eine Ankündigung, die für Verunsicherung, aber auch Spannung sorgt. Was ändert sich für Versicherer und Versicherte?

Übergangszeit regelt Detailfragen

Wenn ab 1. Februar Großbritannien plötzlich wieder allein und eigenverantwortlich über seine politischen und wirtschaftlichen Geschicke entscheiden muss (und will), betrifft dies auch die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen von Unternehmen und Arbeitnehmern. Für die Details, für Vertragsrahmen und Einzelvereinbarungen, besteht eine Übergangszeit, in der insbesondere die bisherigen Handlungsgrundlagen unverändert weiter bestehen.

Im Zweifel: Neugestaltung

Für Industrie- und Gewerbekunden, die sich im Bereich Komposit in Großbritannien befindliche Risiken versichern lassen, werden überwiegend auch weiterhin durch die Nutzung der Dienstleistungsfreiheit (FOS) konkret in deutschen Versicherungsverträgen mitversichert sein. In manchen Fällen basieren manche Gewerbeverträge aber auch auf internationalen Versicherungsprogrammen, deren Risiken über Kooperationspartner versichert sind, die wiederum in Deutschland, bzw. der EU rückversichert sind. Im Zweifelsfall besteht aber in der Übergangsphase genug Zeit, künftige Versicherungslösungen neu auszugestalten.

Kein Versicherungsverlust nach Brexit

Internationale Versicherungsexperten gehen davon aus, dass Großbritannien nach der Übergangsphase einen mit der Schweiz vergleichbaren Status einnehmen wird. Sämtliche Veränderungen basieren also auf bereits erprobten Lösungsansätzen, im ungünstigsten Fall ergibt sich Veränderungsbedarf hinsichtlich der Ausgestaltung der deutschen Masterverträge. Grund zur Panik besteht also keinesfalls. Vor allem nicht die Gefahr, durch den Brexit nicht mehr versichert zu sein.

Die AVBs verändern sich

Eine Angst, die besonders Privatkunden umtreibt. Auch die Versicherungsverträge von EU-Bürgern, die vor dem Austritt Großbritanniens ihren gewöhnlichen Aufenthalt auf die Insel verlegt haben, bleiben weiterhin gültig. Verlegt aber der Versicherungsnehmer seinen gewöhnlichen Aufenthalt nach dem Brexit nach England, handelt es sich dabei dann seit diesem Zeitpunkt um ein Drittland – in diesem Fall kann das Versicherungsverhältnis nach den allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) innerhalb einer Sondervereinbarung weitergeführt werden. Handelt es sich dabei nur um einen vorübergehenden Aufenthalt, kann das Versicherungsverhältnis in eine Anwartschaftsversicherung umgewandelt werden.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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