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Brexit sorgt für Veränderungen

Brexit sorgt für Veränderungen

Standard Life aus Schottland hat seine Versicherungsnehmern in Deutschland, Österreich und Irland in Kenntnis gesetzt, dass ihre Policen auf eine irische Tochter übertragen werden. Dadurch kommt es allerdings zum Verlust der Insolvenzversicherung.

Grund für die Übertragungen ist der Austritt der Briten aus der EU.

600.000 Policen „wandern“ nach Irland

So bleiben alle Policen auch nach Übertragung der Bestände und unabhängig der laufenden Brexit-Verhandlungen innerhalb des EU-Binnenmarktes. Angekündigt wurde dieser Schritt bereits vor einem Jahr. Nun wurden die Standard-Life-Kunden mit einer 30-seitigen Broschüre über die Einzelheiten der Übertragungen informiert. Konkret davon betroffen sind rund 600.000 Policen.

Nur der Versicherer ändert sich

Die Versicherungsverträge, die derzeit noch von der Standard Life Assurance Limited im schottischen Edinburgh geführt werden, sollen auf die Tochtergesellschaft Standard Life International DAC in Dublin übertragen werden. Allerdings erst Anfang des kommenden Jahres 2019, da noch ein schottisches Gericht, britische und EU-Aufsichtsbehörden sowie ein unabhängiger Gutachter zustimmen müssen. Die Verträge der deutschen Versicherten werden jedoch weiterhin in Deutschland verwaltet, nur der Versicherer würde gewechselt werden. Auch die bisherigen Ansprechpartner würden bleiben.

Insolvenzschutz entfällt

Nur am Rande erfahren die Versicherungsnehmer allerdings, dass bei allen nach Irland übertragenen Policen der Insolvenzschutz durch den britischen Entschädigungsfond FSCS entfällt. In Irland gibt es auch keinen alternativen gesetzlichen Entschädigungsfond. Standard Life verweist dabei auf den unabhängigen Sachverständigen. Der schätzt eine Insolvenz als „äußerst gering“ ein und schätzt die Solvenzquote nach Übertragung auf 136 Prozent.

Weitere Unklarheiten

Künftige Beschwerden gegen den Versicherer werden anstatt von der britischen dann von der irischen Versicherungsaufsicht bearbeitet. Deutsche Kunden können sich aber auch weiterhin an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BaFin) wenden. Bisher war die Standard Life Assurance auch Mitglied beim Versicherungsombudsmann e.V.. Ob der Schlichtungsstelle nach Übertragung auch die Standard Life International beitreten wird, ist bisher völlig offen. Grundsätzliche Einwände gegen die geplanten Übertragungen sind nur vor schottischen Gerichten möglich.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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