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Bezahlbare Pflegezusatzversicherungen

Bezahlbare Pflegezusatzversicherungen

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit der „Absicherung im Pflegefall“, also den bedarfsgerechten Pflegezusatzversicherungen in der privaten Krankenversicherung.

Ist im Pflegefall eine Vollabsicherung zu bezahlbaren Konditionen möglich?

Studie zu verschiedenen Pflegezusatz-Modellen

Die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH untersuchte in ihrer Studie „Absicherung im Pflegefall – Mit der Pflegezusatzversicherung von der Teil- zur Vollkasko“ verschiedene PKV-Lösungen. Aufgrund individueller Besonderheiten gibt es in diesem Bereich der PKV-Lösungen teilweise erhebliche Unterschiede.

Rechenbeispiele und Entscheidungshilfen

Die Studienautoren ermitteln über Rechenbeispiele, unterschiedlichen Monatsbeiträgen und fiktiven Eintrittsaltern, welche Pflegezusatzversicherungen am effektivsten bestehende Pflegelücken füllen können. Laut PKV-Verband liegt die durchschnittliche Pflegelücke im stationären Bereich bei rund 1.928 Euro, im ambulanten Bereich (je nach Pflegegrad) zwischen 375 und 2.100 Euro. Die durchschnittlichen Pflegeheimkosten variieren je nach Bundesland/ Wohnort, ebenso der individuelle Eigenanteil. Bundesweit einheitlich sind hingegen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Zwischen günstigen Preisen und Flexibilität

Die privaten Krankenversicherungen bieten in diesem Bereich verschiedene Produktvarianten an: die Pflegetagegeldversicherung (inklusive der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung) sowie die Pflegekostenversicherung. Die Pflegekostenversicherung wird derzeit bundesweit von fünf PKV-Unternehmen vertrieben. Bei der Pflegekostenversicherung kann die gesetzliche Pflegeleistung um bis zu 200 Prozent aufgestockt werden. Dabei sind die Tarife auch etwas günstiger als die Pflegetagegeldversicherungen, bieten aber geringere Leistungen für die häusliche Pflege durch Angehörige.

Vorsicht vor Versorgungslücken

Bei der staatlich geförderten Pflegetagegeldversicherung, dem sogenannten „Pflege-Bahr„, ist die Absicherungshöhe vorgegeben und kann in der Regel seitens der Versicherten nicht frei bestimmt werden. Allerdings besteht eine Aufnahmegarantie, sodass auch Versicherte mit Vorerkrankungen aufgenommen werden. Als Teilkaskolösung bleibt jedoch im Pflegefall meist eine Versorgungslücke bestehen.

Anders bei der Pflegetagegeldversicherung, bei der die Höhe des Tagegeldes frei zu wählen ist. Deren Leistungen können sich auch zu bestimmten Zeitpunkten aufgrund einer Dynamisierung des Tagegeldes erhöhen. Wichtig ist, bei diesen Produkten auf eine Dynamisierung auch nach Eintritt des Pflegefalls zu achten. So kann verhindert werden, dass es in späteren Jahren zu Pflegelücken kommt.

Schwieriger Vertrieb

Der Vertrieb im Bereich der Pflegezusatzversicherungen gestaltet sich schwierig. Ende 2018 gab es lediglich vier Millionen aktive Policen, was einem Bevölkerungsanteil von etwa 5 Prozent entspricht. Viele Verbraucher halten derartige private Produkte für zu teuer. Die Analyse will jedoch auch beweisen, dass sich Pflegelücken mit vergleichsweise niedrigen Prämien schließen lassen. Allerdings gilt auch hier: Je früher eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen wird, umso günstiger. So ist auch noch im Alter von 55 Jahren eine Zusatzversicherung unter 90 Euro monatlich zu bekommen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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