Produktiv

Besser als ihr Ruf

Besser als ihr Ruf

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und ihr schlechter Ruf: Immer wieder werfen Medien BU-Versicherern vor, ihren Kunden Leistungen zu verweigern und Zahlungen zu verzögern. Eine aktuelle Studie hingegen belegt, dass von einer „systematischen Leistungsverweigerung“ keine Rede sein dürfe.

Allerdings nur bezogen auf die teilnehmenden Versicherer – denn längst nicht alle Versicherer haben an dieser Studie teilgenommen.

83 Prozent Bewilligungen

Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter des Analysehauses Franke und Bornberg, betont anlässlich einer Vorstellung der „BU-Leistungspraxisstudie 2019„, dass eine Verweigerung anders aussehen würde. Knapp 83 Prozent aller analysierten Regulierungen von Berufsunfähigkeiten wurde (basierend auf einem analysierten Datenbestand von 2017) abgelehnt. Dies entspricht einem Anteil von fast 83 Prozent bewilligten Leistungen im Sinne der BU-Versicherten.

Verletzung von Anzeigepflichten

Lediglich zwei Prozent der Berufsunfähigkeitsbewilligungen entstand 2017 erst nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung, bzw. aufgrund einer individuellen Vereinbarung. Über die Hälfte der analysierten Ablehnungen wurden aufgrund eines nicht ausreichenden BU-Grades ausgesprochen, bei etwa 23,5 Prozent der abgelehnten Anträge wurden Anzeigepflichten verletzt. Verletzungen der Anzeigepflicht liegen in den meisten Fällen vor, wenn bereits vor Vertragsabschluss falsche oder fehlende Angaben zum Gesundheitszustand des Versicherten gemacht wurden.

Noch zu wenige Studienteilnehmer

Grundlage dieser Studie waren Analysen der Daten von den BU-Versicherern Allianz, Aachen Münchener, Ergo, HDI, Nürnberger sowie Swiss Life. Mit einem Volumen von rund 33.000 BU-Neuanmeldungen decken diese Versicherer über die Hälfte aller jährlichen Leistungsfälle des Jahres 2017 ab. Ein Datenbestand, der durchaus Schlussfolgerungen für die gesamte Branche zulässt. Dennoch kritisiert auch die Franke und Bornberg Research GmbH, dass die Anzahl der Versicherungsunternehmen, die sich freiwillig an dieser Studie beteiligt haben, noch zu niedrig sind. Eine Tatsache, die die Allgemeingültigkeit dieser Studie einschränken würde.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Send this to a friend