Produktiv

Berufsunfähigkeit: Drei von vier Anträgen anerkannt

Was stimmt wirklich an Gerüchten, dass Assekuranzen in der Berufsunfähigkeitsversicherung systematisch Leistungen verweigern? Einer Studie zufolge nichts, denn tatsächlich werden im Schadensfall häufiger Leistungen gewährt, als allgemein vermutet.

Gemäß der aktuellen „BU-Leistungspraxis-Studie“ wurden drei von vier BU-Anträgen anerkannt. Damit liegt die Quote der privaten Versicherer höher als die der gesetzlichen Rentenversicherung, die statistisch nur jeden zweiten Antrag auf Erwerbsminderung stattgibt.

Keine „Verschleppungstaktik“ zu erkennen

Dabei wurden keine Anträge berücksichtigt, die von den Versicherten zurückgezogen oder nicht weiter verfolgt wurden. Die Hälfte aller Ablehnungen wurden überwiegend darauf zurückgeführt, dass der vereinbarte BU-Grad nicht erreicht wurde. Ein weiteres Viertel resultiert aus Anfechtungen und Rücktritten. Auch die Bearbeitungsdauer von Anträgen ist nach Ansicht der Analysten Franke und Bornberg nicht auffällig. Alle Gesellschaften benötigten für Entscheidungen eine Durchschnittsdauer von 168 Tage und für Ablehnungen rund 201 Tage. Eine von Verbraucherschützern oft kritisierte „Verschleppungstaktik“ konnten die Analysten nicht erkennen. Die renommierte Ratingagentur Franke und Bornberg veröffentlichte ihre „BU-Leistungspraxis-Studie“ bereits zum zweiten Mal. Wie bereits 2014 ließen sich auch diesmal die Versicherer AachenMünchener, ERGO, HDI, Nürnberger, Stuttgarter, Swiss Life sowie Zurich Deutscher Herold umfassend analysieren. Je Versicherer wurden dabei rund 100 Leistungsfallanmeldungen und deren Verlauf geprüft.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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