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BdV fordert „doppelten Provisionsdeckel“

BdV fordert "doppelten Provisionsdeckel"

Die Bundesregierung arbeitet an der Einführung eines Provisionsdeckels, damit sich die Vertriebskosten der Lebensversicherungen senken. Der BdV fordert allerdings einen „doppelten Kostendeckel“ – für Abschluss- und Verwaltungskosten.

Dadurch soll verhindert werden, dass Versicherer versteckte Provisionen zu den Verwaltungskosten umschichten.

Provisionsdeckel wirkungslos?

Axel Kleinlein, Sprecher des Verbraucherschutzverein „Bund der Versicherte (BdV)„, erklärte in einer Pressemitteilung, dass es „harte Leitplanken“ bedürfe. Wenn nicht auch noch die Verwaltungskosten beschränkt werden, würde ein Provisionsdeckel „wirkungslos“ sein. Ein Deckel alleine reiche nicht, „sonst verlagern die Unternehmen die Belastungen in die Verwaltungskosten und unterm Strich bleibt alles beim alten“, so Kleinlein.

Provisionen über 1,5 % unredlich?

Diese Befürchtung sei auch schon eingetreten, der Bund sei bereits gegen Versicherer juristisch aktiv, die durch zu hohe Verwaltungskosten eine Provisionsbeschränkung umgehen. Darüber hinaus will sich der BdV nicht mit dem angedachten Deckel in Höhe von 2,5 Prozent zufriedengeben. Wenn Vermittler bestimmte Kriterien, wie beispielsweise eine niedrige Storno-Quote, erfüllen, sollten weitere 1,5 Prozent hinzukommen. Provisionen zwischen 2,5 und 4 Prozent der Beitragssummen würden viel Raum für Provisions-Mssbräuche haben. Provisionen über 1,5 Prozent seien „unredlich“.

Provisionsverbote statt Provisionsdeckel?

Auch die Verteilung von Provisionen sollte nach Meinung des BdV anders realisiert werden, nämlich auf einen Mindestzeitraum von zehn Jahren. Nur dann würde seitens der Vermittler auch ein Anreiz bestehen, die Kundinnen und Kunden nachhaltig gut zu betreuen. Der BdV favorisiert allerdings weiterhin zu Provisionsverboten als „echte Alternative“ zu Provisionsdeckel.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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