Produktiv

Ausbildung in der Versicherungsbranche nimmt zu

Auch in der Versicherungsbranche ist die „duale Ausbildung“ auf dem Vormarsch. Das ergab die aktuelle Ausbildungsumfrage von AGV und BWV. Die Versicherer reagieren auf diesen Trend mit erweiterten Angeboten von dualen Studiengängen, die bereits jetzt fast viermal so hoch sind als in anderen Branchen und dadurch die Versicherungswirtschaft besonders attraktiv machen für leistungsstarke Nachwuchskräfte.

Der Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland (AGV) und das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (BWV) belegen mit ihrer Ausbildungsumfrage seit nunmehr zwölf Jahren eindrucksvoll, welche Entwicklungen sich in Sachen Ausbildung abzeichnen und wie die Versicherungsgesellschaften mit diesen besonderen Herausforderungen umgehen.

Zunahme der Bewerber und der Ausbildungsabbrecher

Während mittelfristig die Anzahl der Bewerbungen verdoppelt wurde, ist die Quote der Ausbildungsabbrüche, die sich in den letzten acht Jahren um 60 Prozent erhöht hat, erneut gestiegen. Die Abbrecherquote, für die ausbildenden Unternehmen die größte Herausforderung der Zukunft, bezieht sich dabei auf die Auszubildenden des ersten Lehrjahres. Als Gründe steht die fehlende Eignung des Auszubildenden sowie die Möglichkeit der Aufnahme einer alternativen Ausbildung im Vordergrund. An zweiter Stelle stehen private Gründe, die der Ausbildung entgegen stehen. Und in 50 Prozent der Fälle besteht einfach Unklarheit über den Grund der vorzeitigen Beendigung. Einen Aufschwung erlebte die Branche jedoch durch die Anzahl der durchschnittlich pro Ausbildungsplatz abgegebenen Bewerbungen. Diese lag für das Jahr 2014 bei 28,6 Prozent; einer Verdoppelung zum Jahr 2009 mit 14,9 Prozent. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze blieb im Erhebungszeitraum relativ konstant. Eine Grund für die Bewerbungszunahme könnte die zunehmende Bedeutung von Online-Bewerbungen sein, die den zeitlichen und finanziellen Aufwand der Bewerber deutlich senken. Außerdem werden Online-Portale wie Azubiyo immer populärer, die jungen Menschen Suchfunktionen für Ausbildungsplätze und Eignungstests bieten.

Duales Studium und Außendienst immer attraktiver

Der Anteil dualer Studenten hat sich deutlich erhöht. Deren Anteil innerhalb der Auszubildenden steigt seit 2007 konstant an. Rund 76,9 Prozent aller auszubildenden Unternehmen bieten das duale Studium an, rund ein Drittel mehr als in 2010. Ein Trend, der die Berufsausbildung der Versicherungsbranche vor allem für leistungsstarke Schulabgänger attraktiv macht.
Trotzdem konnten 32 Prozent aller befragten Unternehmen 2014 nicht alle ihre angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Zwar lag diese Quote mit 27,1 Prozent unterhalb des Durchschnittswertes, doch soll dieser Entwicklung nun entgegengewirkt werden. So soll mit dem dualen Studium verstärkt um Schulabgänger mit Hochschulreife geworben werden.
Eine konstante Entwicklung weist die Anzahl unbefristeter Übernahmen nach. So hat sich in den vergangenen acht Jahren gemäß den Umfragewerten das Verhältnis von unbefristeten zu befristeten Übernahmen fast ausgeglichen. Lag diese Quote 2007 noch bei 37,8 Prozent, waren es 2014 bereits 49,5 Prozent unbefristete Anstellungen nach der Ausbildung. Über die Hälfte aller Außendienstübernahmen erfolgte unbefristet.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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