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Auf Datenschutzanfragen immer reagieren

Auf Datenschutzanfragen immer reagieren

Wer im Versicherungsvertrieb eine eigene Homepage unterhält und eine Auskunftsanfrage gemäß der DSGVO erhält, sollte auf jeden Fall reagieren – auch wenn bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Kontakt zu diesem Antragsteller bestand.

Auch fragwürdige Anfragen und Forderungen sollten nicht ignoriert werden.

Anfrage unbekannter Personen

Die Onlineausgabe der Westdeutschen Zeitung (WZ) wies jüngst auf einen aktuellen Fall hin. Demnach erhielt ein Versicherungsmakler am Niederrhein eine Anfrage bezüglich gespeicherter Daten. Der Antragsteller war allerdings eine ihm bis dahin unbekannte Person.

Empfindliche Strafen drohen

Der Makler ahnte, dass diese Anfrage in Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt gestellt wurde – und war verunsichert. Es stellte sich die Fragen, ob und wie darauf zu reagieren ist; und was für Konsequenzen drohen, wenn die gewünschte Reaktion des Maklers ausbleibt. Rechtsexperten warnen jedoch davor, derartige Anfragen zu ignorieren. Denn bei einer ausbleibenden oder fehlerbehafteten Antwort droht eine kostenpflichtige Abmahnung – eventuell inklusive einer Klage mit verbundener Schadenersatzforderung.

Nicht selten ein Massengeschäft

Die „Masche“ scheint dabei offensichtlich: Es werden massenhaft derartige Anschreiben versendet, in der Hoffnung, durch Rechtsverstöße auch massenhaft Umsatz durch Schadenersatz zu machen. Missbräuchlich insbesondere, wenn der Versender wissentlich keinen Kontakt zum Adressaten hatte. Da dies aber schwer beweisbar ist, sollte durchaus besonnen reagiert werden. Dabei genügt es völlig, diese Personen über ihre Rechte gemäß DSGVO zu belehren und mitzuteilen, dass die übermittelten Daten lediglich zur Beantwortung des Auskunftsersuchens und die Nachweisbarkeit der Beantwortung genutzt wird.

Auch durch Anfragen entstehen Daten

Allerdings werden spätestens im Rahmen dieses Auskunftsersuchens Daten des Anfragenden gespeichert. Diese sollten gelöscht werden – oder aber in der Erklärung formuliert werden, dass „bis zum Zeitpunkt der Anfrage“ keinerlei Daten zum Antragssteller vorhanden waren.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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