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Arzt muss über Eigenleistungen informieren

Arzt muss über Eigenleistungen informieren

Ärzte müssen ihre Patienten umfangreich über eventuelle Behandlungskosten informieren, die nicht von der zuständigen Krankenkasse getragen werden. Versäumen sie dies, verletzen sie ihre ärztlichen Vertragspflichten.

Wird der Patient nicht über die Eigenbeteiligung seiner Behandlung unterrichtet, steht ihm Schadenersatz zu.

Von Eigenbeteiligung überrascht

Im vorliegenden aktuellen Fall schlug ein Hausarzt seinem Patienten eine bestimmte Behandlung vor, die nicht zweifelsfrei unter den Deckungsschutz der privaten Krankenkasse des Patienten fiel. Es entstanden Eigenbeteiligungen, von denen dieser überrascht wurde, diese nicht tragen konnte und unter diesen Umständen der Behandlung so auch nie zugestimmt hätte.

Schadenersatz aufgrund versäumter Informationspflicht

Das Oberlandesgericht Karlsruhe verurteilte den Arzt deshalb zu der Erstattung dieser Mehrkosten. Denn dieser hat diese Situation durch mangelnde Aufklärung des Versicherungsnehmers fahrlässig in Kauf genommen. Dem Patienten wurde seine objektive Entscheidungsfreiheit eingeschränkt und somit fundamentale Patientenrechte genommen. Grundsätzlich besteht deshalb gemäß § 823 BGB eine Schadenersatzpflicht des Arztes, um den finanziellen Schaden der Eigenbeteiligung seines Patienten zu ersetzen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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