Produktiv

Allianz plant weitere Zukäufe

Allianz kauft weiter ein

Die Allianz plant weitere Übernahmen. Nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Anleihemanager übernommen wurde, gab nun der Münchener Versicherer einen weiteren Millionen-Deal bekannt.

Der Chef der Fondstochter Allianz Global Investors kündigte bereits weitere Zukäufe an.

Konsolidierung unausweichlich

Andreas Utermann, Chef der Allianz Global Investors, gab sich in einem aktuellen Interview in der „Welt am Sonntag“ optimistisch. Da 2016 zum ersten Mal nach 40 Jahren die Gesamteinnahmen der Fondsbranche zurückgegangen sind, ist für die Allianz eine Konsolidierung unausweichlich. Nicht zuletzt, da die Regulierungs- und Vertriebskosten weiter ansteigen, so Utermann. Außerdem sei die unsichere Stimmung aufgrund der unklaren Regierungssituation bereits an den Börsen spürbar. Deshalb sei in den kommenden Wochen eine höhere Volatilität zu erwarten, die sich deutlich an den Berliner Verhandlungsergebnissen orientiert.

Übernahme von Hermes Euler

Auch das Geschäft mit Kreditversicherungen wächst. Heute gab die Allianz bekannt, in mehreren Schritten den deutsch-französischen Kreditversicherer Euler Hermes zu kaufen – drei Monate nach dem Kauf des britischen Versicherers Liverpool Victoria, einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Die Allianz verfügt bereits über 63 Prozent der Euler-Anteile. Nun macht der Versicherer den Minderheitsaktionären ein Angebot über 122 Euro pro Aktie. Hermes Euler, die auch die deutschen „Hermes“-Exportbürgschaften abwickeln, soll nach Übernahme von 95 Prozent der Anteil von der Pariser Börse genommen werden.

Hermes-Euler-Strategie wird nicht verändert

Für Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte stellt die Übernahme von Euler Hermes eine wichtige Verstärkung dar, da es sich bei Euler bei einem Jahresumsatz von rund 2,6 Milliarden Euro um den größten Kreditversicherer der Welt handelt. Die Allianz betont jedoch, an der Strategie von Euler Hermes, der rund ein Drittel des weltweiten Handels absichert, nichts ändern zu wollen.  Hauptsitz des vor etwa 100 Jahren in Berlin gegründeten Unternehmens ist Paris.

Weitere Zukäufe geplant

Auch weiterhin soll die Allianz auf der Suche nach attraktiven Zukäufen sein, überwiegend im Bereich der Schaden- und Unfallversicherungen. Die Übernahme von Euler Hermes ist dabei bisher die größte Übernahme unter Oliver Bäte. Gerüchten zufolge arbeitet die Allianz an weiteren Zukäufen, unter anderem sei man bereits länger am australischen Versicherer QBE Insurance sowie Teilen der italienischen Generali-Group interessiert. Die Allianz verfügt ausreichend Kapital. Vorstand Bäte erwartet für 2017 ein operatives Ergebnis zwischen 10,8 und 11,3 Milliarden Euro – trotz Hurrikan-Serie und Erdbeben in Mexiko.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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