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Abschwung für Versicherungs-Apps

Abschwung für Versicherungs-Apps

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, dass Versicherungsapps immer geringere Nutzerzahlen beklagen und deshalb zahlreiche Insurtechs ihr Geschäftsmodell hinterfragen, verändern oder sogar aufgeben.

Der Plan, lukrativ Versicherungen über eine App abzuschließen und zu verwalten, geht offenbar nicht auf.

Begeistert vom Erfolg, enttäuscht von zu geringer Kundenzahl

Laut SZ verfügen viele dieser Innovationen zwar über respektable Downloadzahlen, die Anzahl der aktiven Nutzer sei jedoch auf diesem Sektor gering. Als Beispiel wird Knip aufgeführt: Das Startup aus der Schweiz würde bisher zwar über mindestens 800.000 Downloads verfügen, tatsächlich würde Knip allerdings lediglich von rund 20.000 Kunden aktiv genutzt.

Provision decken kaum die Kosten

Apps wie Knip funktionieren dabei wie ein digitaler Versicherungsmakler. Über diese Applikationen können die Nutzer nach der Installation ihre Versicherungsverträge verwalten und sich einen komfortablen Überblick verschaffen. Nach einer Analyse wird anschließend der Bedarf festgestellt und Ergänzungen oder Alternativen vorgeschlagen. Nachdem der Nutzer dann der App, bzw. dem Unternehmen dahinter ein Maklermandat erteilt hat, können direkt über die App neue Policen abgeschlossen werden. Die Provisionen erhält schließlich der Anbieter; so das Geschäftsmodell.

Mängel beim Datenaustausch und im Kundenvertrauen

Laut SZ haben die Anbieter solcher Versicherungsapps allerdings die erforderliche Neukundengewinnung unterschätzt. Auch der erforderliche Datenaustausch sowie die Entwicklungs- und Weiterentwicklungskosten würden die Anbieter vor hohe finanzielle Hürden stellen, an denen sie nicht selten scheitern. Außerdem besteht auf Nutzerseite nur selten ein Interesse an neuen Policen. Der Anwendernutzen liege überwiegend ausschließlich in der Möglichkeit, den eigenen Versicherungsbestand digital zu verwalten – womit die Apps allerdings keine Umsätze generiert.

Maklervollmacht scheint größte Hürde

Die Erteilung einer Maklervollmacht stellt eine große Hürde dar. Andere Finanzapps, etwa für Onlinebanking oder dem Aktienhandel, rentieren sich über Kontoführungsgebühren oder Umsatzbeteiligungen. Experten halten die Idee digitaler Versicherungsmakler eher als zusätzliche Komponente von Banking-Apps für zukunftsweisend, erfolgversprechend und innovativ. Ein wichtiger Impuls für die Traditionsbanken?

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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