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Ebay trennt sich von PayPal

Ebay trennt sich von PayPal

Ende einer langen Ehe: Der Online-Auktionshändler eBay trennt sich von seinem Zahlungsdienstleister PayPal. Stattdessen wird sich der niederländische Fintech Adyen für die Zahlungsabwicklungen des Onlinemarktplatzes verantwortlich zeichnen.

Bis 2023 wird aber alles beim Alten bleiben – erst dann startet die Kooperation zwischen eBay und Ayden – PayPal soll aber als Option weiter bestehen.

PayPal soll weiterhin „starker Partner“ bleiben

In einer Pressemitteilung gab eBay bekannt, künftig nicht mehr mit PayPal in „jetziger Form“ zusammenarbeiten zu wollen. Daraufhin sackte die bisher glänzende PayPal-Aktie ein. Bis mindestens Juli 2023 soll PayPal aber weiterhin Zahlungsoption erster Wahl bleiben. Und auch darüber hinaus soll PayPal weiterhin ein wichtiger Partner an der Seite eBays sein.

Ayden ist ernstzunehmende PayPal-Alternative

Bis 2020 läuft die vertragliche Partnerschaft zwischen PayPal und eBay, dann wird Ayden sich als erster Zahlungsabwickler für eBay-Kunden aufstellen. Zu den Kunden des niederländischen Unternehmens gehören bereits Netflix, Uber, Spotify, Evernote und viele andere. Gründe für den Kooperationswechsel sind unter anderem die Flexibilität des neuen Partners. So sollen die Transaktionsgebühren sinken und vereinfachte Preismodelle den Handel auf eBay noch attraktiver machen. Bereits jetzt arbeitet eBay mit seinem neuen Partner an einem speziellen Bezahlsystem, mit dem Kunden ein einheitlicher und vereinfachter Checkout-Prozess ermöglicht wird.

Ebay will mehr überwachen und steuern

Die Onlineplattform eBay will künftig selbst als Mittelsmann bei Zahlungen agieren und die Transaktionen aktiver überwachen. Derartige Pläne scheiterten allerdings bereits 2012 an der Bafin, da eBay über keine Banklizenz verfügt. Die bei eBay anstehenden Veränderungen sollen bereits Mitte des Jahres beginnen und bis 2021 abgeschlossen sein. Dann soll sich die Mehrheit der eBay-Kunden bereits an das neue Zahlungssystem gewöhnt haben.

PayPal sieht Kooperationsende gelassen

Dan Schulman, Chef von PayPal, sieht das Auslaufen der Kooperation äußerst gelassen. Zwar sei eBay heute immer noch der größte und wichtigste Kunde des Zahlungsdienstleisters, dennoch sei das Geschäft mit anderen Unternehmen besonders in der letzten Zeit enorm angewachsen. Die Überschüsse des vierten Quartals 2017 konnten im Vorjahresvergleich um satte 59 Prozent gesteigert werden und lagen bilanziert bei 620 Millionen US-Dollar. PayPal ist durch eBay groß geworden: 2002 hat der Onlinemarktplatz den Zahlungsdienstleister für rund 1,5 Milliarden Dollar gekauft, sich dann allerdings wieder 13 Jahre später getrennt.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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