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„Neue Normalität“ durch Klimawandel

„Neue Normalität“ durch Klimawandel

Noch nie waren Naturkatastrophen für Versicherer so teuer wie im vergangenen Jahr. Aktuelle Berechnungen der Münchener Rück kalkulierten die versicherten Schäden durch weltweite Unwetter auf 135 Milliarden Dollar. Schuld trägt der Klimawandel.

Die Gesamtschäden inklusive allen unversicherten Fälle werden auf 330 Milliarden Dollar geschätzt.

Weltweit lediglich ein Viertel der Schäden versichert

Der Wirbelsturm „Harvey“ sorgte alleine im US-Bundesstaat Texas für Schäden in Höhe von rund 85 Milliarden Dollar. Dabei mussten die Versicherer 2017 rund 41 Prozent der Schäden regulieren. Durchschnittlich sind weltweit höchstens ein Viertel aller Schäden versichert, da in Asien und Afrika nur wenige Menschen über einen Versicherungsschutz verfügen.

Nur Fukushima war teurer

Somit war das Jahr 2017 das bislang teuerste Jahr für die Versicherer seit Beginn der Aufzeichnungen 1970. Das schadenträchtigste Jahr war mit insgesamt 354 Milliarden Dollar hingegen 2011 – nicht zuletzt durch die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima, die durch einen Tsunami verursacht wurde.

Prävention rettet Leben

Allerdings waren die Opferzahlen 2017 rückläufig, wie bereits kontinuierlich seit knapp 30 Jahren. Grund dafür sind die Präventionsmaßnahmen und der Installation von Frühwarnsystemen, die mittlerweile seitens der betroffenen Staaten und internationalen Organisationen organisiert werden. Die Kosten der Versicherer werden hingegen weiter steigen. 2005 wurden von Assekuranzen zum ersten Mal mehr als 50 Milliarden Dollar für Schäden nach Naturkatastrophen ausgegeben. Seitdem kam es bereits zu drei Schadensjahren mit über 100 Milliarden.

Viel Kapital im Markt

Ernst Rauch, Geophysiker und Klimaexperte der Münchener Rück, hält diese Entwicklung angesichts des Klimawandels für eine „neue Normalität“. Immer mehr Unwetter verursachen auch immer größere Schäden, so Rauch gegenüber Spiegel Online. Außerdem würde es auch immer mehr Menschen, Urbanität und Werte in den gefährdeten Gebieten geben. Derzeit sind jedoch keine Preissteigerungen festzustellen. Der Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen ist nicht knapp, so Rauch. „Es ist viel Kapital im Markt“.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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