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Sturmschäden umgehend melden

Sturmschäden umgehend melden

Das neue Jahr beginnt in manchen Regionen bereits sehr stürmisch. Der Sturm „Burglind“ hat bereits durch Windgeschwindigkeiten mit Orkanstärke auch in einigen Gegenden in Deutschland für enorme Schäden gesorgt.

Wichtig für Betroffene zu wissen, in welcher Form Sturmschäden den Versicherungen zu melden sind – und man dabei Ärger vermeidet.

Am Anfang steht die Eigeninitiative

Grundsätzlich zahlen Wohngebäude-, Hausrat– und Teilkaskoversicherungen nur Schäden, die bei Stürmen ab Windstärke acht entstehen. Im Zweifelsfall kommt es auf die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes an. Sturmschäden sollten umgehend fotografisch festgehalten werden. Eine solche Beweissicherung kann bereits während eines eventuellen Feuerwehreinsatzes durchgeführt werden. Auch sollten unbedingt, möglichst noch während des Unwetters, beschädigte Fenster und undichte Dächer mit Folie abgedichtet werden; natürlich nur soweit dies möglich ist. Durch diese Eigeninitiative wird der sogenannten „Schadenminderungspflicht“ genüge getan, damit sich bereits vorhandene Schäden nicht vergrößern.

Schnelle Kontaktaufnahme mit dem Versicherer

Sobald möglich sollten Sturmschaden der Wohngebäudeversicherung gemeldet werden. Am besten über den Vermittler am Ort telefonisch oder per Mail. Die Versicherungsnummer darf dabei nicht vergessen werden – sowie aktuelle Kontaktdaten; insbesondere, wenn Haus und Telefonanschluss aufgrund der Sturmschäden unbewohnt, bzw. nicht zu nutzen sind. Bei diesem Erstkontakt muss die Schadensaufnahme des Betroffenen noch nicht abgeschlossen sein, da nur der grundsätzliche Schaden gemeldet werden muss.

Vorsicht vor Unterversicherung und Selbstbehalt

In manchen Fällen folgt nach der Schadensmeldung ein weiterer Schock – wenn der Versicherungsschutz nicht ausreichend ist, weil eventuell Sturm und Hagel als Zusatzoption bei Abschluss der Police nicht mit aufgenommen wurde. Bei Vorliegen dieser Option sind jedoch meistens nur unmittelbare Schäden direkt am Haus abgedeckt, beispielsweise abgedeckte Dächer, umgeknickte Schornsteine und Schäden durch umgeknickte Bäume. Nebengebäude wie Garagen müssen ebenfalls zusätzlich in der Police vermerkt sein. Missverständnisse gibt es auch häufig aufgrund des vereinbarten Selbstbehalt. Dieser Eigenanteil bestimmt die Höhe der Kosten, die der Versicherungsnehmer erst einmal aus eigener Tasche zahlen muss.

Sachverständige geben Tempo vor

Auch sollten vor der Klärung einer Regulierung mit der Versicherung nicht bereits Handwerker beauftragt werden. Vor dem Auftrag nämlich müssen die Sachverständigen der Versicherung die tatsächlichen Kosten des Schadens schätzen und kalkulieren. Und Vorsicht bei Folgeschäden: So werden Überflutungen des Kellers durch einen Rückstau in der Kanalisation aufgrund eines Starkregen von der Elementarschaden-Zusatzversicherung reguliert. Hausbesitzer, die bereits einen derartigen Schaden hinter sich haben, erhalten oft keinen weiteren Vertrag.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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