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2018 – Jahr des Instant-Payment?

2018 - Jahr des Instant-Payment?

Die deutsche Bundesbank geht sehr stark davon aus, dass sich Geldüberweisungen in Echtzeit künftig durchsetzen werden. Einige Banken bieten derartige Instant Payments bereits an.

Durch diese sogenannten Instant Payments werden Geldüberweisungen innerhalb von wenigen Sekunden transferiert.

Sofortüberweisungen setzen sich „mittelfristig“ durch

Bisher dauern Überweisungen von Konten verschiedener Geldinstitute durchschnittlich fünf Tage. Künftig könnten Zahlungen in Sekundenschnelle Alltag werden. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele geht zwar nicht davon aus, dass sich diese Sofortüberweisungen „von heute auf morgen“ durchsetzen werden, mittelfristig werden sich Echtzeitzahlungen jedoch aufgrund von Nutzerfreundlichkeit und Reichweite durchsetzen.

Druck macht Paypal & Co.

In der momentanen Bankpraxis werden Überweisungen frühestens am folgenden Bankarbeitstag gutgeschrieben. Durch Instant Payments dauert der gesamte Überweisungsvorgang lediglich zehn Sekunden. Dazu benötigt der Kunde eine Smartphone-App oder führt die Überweisung über Online-Banking durch. Den Druck auf die Banken haben Fintechs erhöht. So ermöglicht der Online-Bezahldienst Paypal bereits seit längerer Zeit Überweisungen in Sekundenschnelle.

Hypo-Vereinsbank sieht sich als Pionier

Seit dem 21. November bietet die Hypo-Vereinsbank die erste, reguläre Instant-Payment-Möglichkeit. Nach eigenen Angaben als „erste Bank in Europa“. Weitere Banken sollen im kommenden Jahr folgen. Allerdings sei dies mit einem „enormen Investitionsaufwand“ verbunden, eine Bereitschaft für entsprechende Investitionen sei jedoch vorhanden.

Wirtschaft hat großes Interesse an Instant-Payment

Fintech-Banken wie Fidor bieten ihren Kunden auch schon länger Sofortüberweisungen an. Als „Überweisung an Freunde“ ist diese Funktion bisher aber nur möglich, wenn Überweiser und Empfänger über ein Konto bei der Fidor-Bank verfügen. Auch der deutsche Sparkassenverband bietet über eine App entsprechende Sofortüberweisungen zwischen Sparkassen-Kunden an. Die Wirtschaft habe aufgrund der erweiterten Transparenz großes Interesse an dieser neuen Technik, so Carl-Ludwig Thiele.

Wird es noch „Sicherheitsbedenken“ geben?

Fachleute halten den angeblich hohen Investitionsaufwand für einen Vorwand. Grund für die Zaghaftigkeit vieler Banken könnte vielmehr sein, dass durch Sofortüberweisungen die relativ lange Kapitalverfügbarkeiten durch die bisherige Überweisungsdauer wegfallen würde – und somit auch lukrative Tageszinserträge.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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