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Gefährliche Lügen im Lebenslauf

Gefährliche Lügen im Lebenslauf

Wer für Bewerbungen seinen Lebenslauf „frisiert“, sollte sehr vorsichtig vorgehen. Personalverantwortliche können nämlich durchaus zwischen Übertreibungen, Tricksereien und Lügen unterscheiden.

Personalern mit Erfahrung lassen Halbwahrheiten nicht gelten – fallen Lügen nach der Einstellung auf, kann es auch dann noch den Job kosten.

Aus Arbeitslosigkeit wird Selbstständigkeit

Gründe für Bewerber, ihre biografischen Angaben fantasievoll aufzuhübschen, gibt es genug: Eine Schwangerschaftsvertretung ist ein echter Meilenstein, wenn daraus eine Beförderung gemacht wird. Und auch eine Phase der Arbeitslosigkeit sieht besser aus, wenn daraus eine berufliche Selbstständigkeit gemacht wird. Personaler erkennen jedoch solche kreativen Dichtungen schnell und haken durchaus nach. Wer dann nicht einmal eine Gewerbeanmeldung oder Steuernummer nachweisen kann, sieht sehr schnell alt aus.

Details verraten viel

Beliebt bei Bewerbern und genauso verdächtig bei Einstellungsgesprächen ist der Trick, die einzelnen Stationen im Lebenslauf aufgrund von Nichtbeschäftigung oder Krankheitsphasen nicht mehr in Monaten aufzulisten, sondern nur noch durch Jahreszahlen auszuweisen. Ein Trick, der allerdings bereits beim ersten Blick auffällt. Sollte es dann doch noch zu einem Vorstellungsgespräch kommen, kann sich der Bewerber sicher sein, hierzu befragt zu werden. An diesem Punkt besteht jedoch noch die Möglichkeit, die Umstände vorhandener Beschäftigungslücken zu erklären – kommt es jedoch zu weiteren Trickreichen versuchen, den Lebenslauf zu kaschieren, ist das Bewerbungsverfahren an diesem Punkt schnell zu Ende.

Keine Angst vor Lücken

Häufigster Grund für Tricksereien ist eine Arbeitslosigkeit. Viele Bewerber wollen im Lebenslauf darüber keine Auskünfte geben – und täuschen oft vor, in dieser Zeit in ihrem alten Unternehmen beschäftigt worden zu sein. Dazu wird ganz einfach das Beschäftigungsdatum ausgeweitet. Vielfach funktioniert dieser Trick, denn aufgrund des strengen Datenschutzes ist eine entsprechende Überprüfung nicht einfach. Dennoch handelt es sich hier um einen Punkt, der leicht „aus Versehen“ auffliegt; beispielsweise wenn es sich um eine Beschäftigung in der gleichen Branche handelt oder sich der Arbeitsplatz in einer kleineren Stadt befindet. Wichtig zu wissen ist, dass so eine Lüge auch nach längerer Zeit Grund für eine fristlose Kündigung ist.

Unehrlichkeit kann zur Entlassung führen

Manche inszenieren in ihrem Lebenslauf auch gerne längere Auslandsreisen zu „beruflichen Aufenthalten“ um. Allerdings ist es schwierig zu beeindrucken, wenn der Bewerbung keine Nachweise entsprechender Tätigkeiten beiliegen. Die Fälschung von vorhandenen Unterlagen hingegen führt nicht nur zu einer fristlosen Entlassung, sondern zieht meistens auch noch eine Strafanzeige wegen Betruges nach sich.

Besser ist es, geschickt mit Auszeiten und Phasen der Arbeitslosigkeit umzugehen. So mögen es Personaler, wenn in Zeiten „beruflicher Umorientierung“ und längeren Auslandsreisen zusätzliche Qualifikationen erworben werde oder Fremdsprachen gelernt wurden.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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