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Technischer Fehler sorgt für Aufregung unabhängiger Vermittler

Technischer Fehler sorgt für Aufregung unabhängiger Vermittler

Der Vorwurf ist erheblich. Der Generali wurde in den vergangenen Wochen vorgeworfen, Maklerbestände trickreich zur Deutschen Vermögensberatung (DVAG) umzudecken. Ein Maklerpool fordert eine Erklärung und droht mit rechtlichen Schritten.

Die Generali selbst erklärt sich durch „technische Fehler“ unschuldig.

Massiver Ärger aufgrund eines Schreibens

Grund für den Ärger ist ein Schreiben des Versicherers an Kunden von Versicherungsmaklern. Dort wurde um die Freigabe von Daten gebeten, da sich der betreuende Makler angeblich der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) anschließen will. Dem war jedoch tatsächlich nicht so, denn die betroffenen Makler wollten keinesfalls für die DVAG arbeiten. Vielmehr drängte sich der Eindruck auf, dass die Generali eventuell versuchte, Maklerbestände mit unlauteren Methoden umzudecken.

Generali entschuldigt sich

Die Generali selbst entschuldigte sich umgehend bei den angeschriebenen Kunden und betroffenen Maklern. Angeblich sei ein technischer Fehler Hintergrund der Schreiben. Sämtliche Kunden würden selbstverständlich weiterhin durch die jeweiligen Vertriebspartner betreut. Auch eine Datenweitergabe an Dritte sei zu keinem Zeitpunkt erfolgt, wie ein Generali-Sprecher klarstellte.

Apella fordert Erklärung

Dem Maklerpool Apella reicht diese Entschuldigung nicht. In einer massiven Beschwerde an die Generali wurde betont, dass tatsächlich auch Makler angeschrieben wurden, die der Apella angeschlossen sind. Die Generali wäre demnach überhaupt nicht berechtigt gewesen, deren Kunden direkt zu kontaktieren – schon gar nicht mit dem Bestreben, Vertragsdaten an Mitbewerber weiterzureichen.

Musterschreiben und Erklärung soll Missverständnisse beseitigen

Ein eindeutig wettbewerbswidriges Verhalten, wie Apella in einer Pressemitteilung betonte. In dem Schreiben an die Generali wurde umgehend Widerspruch zur Datenweitergabe erhoben. Dazu wurde innerhalb einer kurzen Frist eine Erklärung verlangt, dass künftig und auch bisher keinerlei Verträge aus den Beständen der Apella oder deren Partner weitergegeben wurden. Sollte die Generali Schreiben oder Frist ignorieren und aber faktisch eine solche Erklärung nicht abgeben können, würde der Maklerpool umgehend „alle rechtlichen Schritte“ ergreifen, gegen diese Praxis oder dieses Vorhaben vorzugehen. Außerdem stehen Apella-Kunden Musterschreiben zur Verfügung, um selbst dieser Weitergabe zu widersprechen.

Aufregung künstlich?

Die Generali erklärt sich durch einen technischen Fehler. Der Maklerwechsel zur DVAG würde lediglich Generali-Makler betreffen. Allerdings gebe es auch Kunden, die sowohl über Verträge eines unabhängigen Vertriebspartners verfügen, als auch über Generali-Makler. Durch den technischen Fehler waren allerdings auf jenen Kundenbriefen anstatt der Versicherungsscheinnummer von Generali-Vertretern ausgerechnet jene Nummern gedruckt worden, die dem unabhängigen Vermittler zugeordnet ist. Dadurch sei der falsche Anschein erweckt worden, die Generali wolle jene Verträge auf Berater der DVAG übertragen. Tatsächlich ist in dem strittigen Schreiben von „Ihr Generali-Berater“ die Rede – was die Erklärung des Versicherers durchaus stützt.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

1 Kommentar

  1. Hallo,
    ich habe mit sehr viel Interesse ihren Artikel zur Bestandsabgabe gelesen .
    Da ich selbst in diese Situation gerate ( 69 Jahre ) und mir erhebliche Gedanken über meinen langsamen Abschied mache stellt sich weiterhin die Frage, was mit der über Jahrzehnt aufgebaute Stornoreserve geschieht.
    Da das in meinem Fall ein Fünfstelliger Betrag ist, wäre es sinnvoll auch dieses Thema in einem Artikel anzusprechen !!

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