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Württembergische mitten in der digitalen Transformation

Württembergische mitten in der digitalen Transformation

Thomas Bischof, Vertriebsvorstand der Württembergischen Versicherungen, will in seinem Hause die Digitalisierung spürbar beschleunigen. Dazu sollen erstmals Stellen abgebaut werden.

Eine komplette Neuorganisation des Innendienstes soll Kosten sparen und Kapazitäten schaffen.

Neuorganisation bisheriger Vertriebsstrukturen

Bereits kurz vor Weihnachten 2017 hat der neue Vertriebsvorstand der Württembergischen während einer Mitarbeiterversammlung das Wesentliche angesprochen. Demnach wird es zu einem gründlichen Stellenabbau und einer völligen Neuorganisation des Innendienstes kommen. Von den bisher vorhandenen 260 Vollzeitstellen werden zukünftig 60 Stellen wegfallen. Die dadurch entstehenden Kapazitäten werden für den digitalen Umbau geschaffen. 25 neue Vollzeitstellen sollen in moderne Datenanalyse und verbesserte Maßnahmen der Markt- und Wettbewerbsbeobachtung investiert werden.

Mitarbeiter noch verunsichert

Bereits in seiner Sanierungsphase zwischen 2006 und 2009 wurden immer wieder Stellen größeren Ausmaßes unter sozialverträglichen Gesichtspunkten abgebaut. Bisher blieben Stellen des Vertriebsinnendienstes von diesen Maßnahmen jedoch ausgeschlossen. Auch deshalb sorgten diese Ankündigungen für Unruhe. Insbesondere, da kein Mitarbeiter weiß, ob er von diesen Neustrukturierungen betroffen ist. Bis Ende Juni soll dieser Organisationsumbau jedoch abgeschlossen sein.

Verbesserung der Vertriebsschnittstellen zu den Vermittlern

Thomas Bischof, der in einem Gespräch mit den Stuttgarter Nachrichten betonte, dass es ihm bei diesen Maßnahmen um die Überführung des Vertriebs in das digitale Zeitalter geht, ist sich sicher, damit den Vertrieb effizienter zu gestalten. Wenn die Kunden unzufrieden wären, obwohl die Mitarbeiter enorm viel arbeiten, würde dies grundsätzlich an den Strukturen liegen, so Bischof. Gerade an den Schnittstellen zwischen Innendienst und Versicherungsvermittlern besteht ein Verbesserungsbedarf.

Ausbau der Beratungskapazitäten

Die konkreten Ziele wäre die Schaffung eines Time-to-Market von Produkten, dem Abbau von Papier und eine überwiegende Kommunikation über digitale Kanäle. Durch einen Bürokratieabbau soll den Beratern mehr Zeit für Vermittlungstätigkeiten zur Verfügung stehen. Bisher hätten die Vermittler nur 25 Prozent ihrer Zeit für Beratung – Ziel wären Zeitkapazitäten zwischen 35 bis 40 Prozent.

Betriebliche Kündigungen werden noch ausgeschlossen

Mit den Mitarbeitern würden bereits Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan laufen. Mit den Arbeitnehmergremien werde derzeit an einem Auswahlverfahren für Neubesetzungen verhandelt. Betriebsbedingte Kündigungen werden dabei bisher ausgeschlossen – über den Zeitraum gibt es allerdings keine Garantien.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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