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Jetzt Entlastungsleistungen einfordern

Jetzt Entlastungsleistungen einfordern

Pflegende Angehörige, die einen Pflegebedürftigen zu Hause betreuen, haben Anspruch auf Entlastungsleistungen. Ungenutzte Beiträge aus den Jahren 2015 und 2016 können noch bis Jahresfrist in Anspruch genommen werden.

Es stehen auch Erstattungen zu, wenn Entlastungsleistungen nicht in vollem Umfang beansprucht wurden.

Leistungen für pflegende Angehörige

Das betrifft nicht wenige. Immerhin rund ein Viertel aller Pflegebedürftigen wird zu Hause von Angehörigen betreut. Um diese Angehörigen besser zu entlasten und deren Pflegetätigkeit zu fördern, wurden von der Bundesregierung zusätzliche Entlastungsleistungen beschlossen. Seit Beginn des Jahres erhalten deshalb alle ambulanten Pflegebedürftigen der Pflegegrade 1 bis 5 einen einheitlichen monatlichen Entlastungsbeitrag bis maximal 125 Euro. Dieser Entlastungsbeitrag wird mit anderen Leistungsansprüchen nicht verrechnet und wird zusätzlich den weiteren Leistungen der Pflegeversicherung bei häuslicher Pflege gewährt.

Rückwirkende Ansprüche bis 2015

Viele Angehörige wissen allerdings nicht, dass sich die nicht völlig ausgeschöpften Beträge innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres in die Folgemonate übertragen lassen. Für die Entlastungsleistungen aus dem Jahr 2015 und 2016 können sogar noch in diesem Jahr geltend gemacht werden, denn für Leistungen aus diesen Jahren gilt eine erweiterte Übergangsfrist. Darauf macht die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer Pressemitteilung aufmerksam.

Ansprüche prüfen

Dieser Anspruch kann sich durchaus lohnen. Denn ein Pflegebedürftiger, der 2016 seine Betreuungsleistungen nicht genutzt hat, kann zu den aktuell bewilligten 125 Euro zusätzlich 104 Euro monatliche Leistungen nach § 45b SGB XI beantragen. Diese Leistungen aus dem Sozialgesetzbuch bestehen nur in diesem Jahr, ab 1. Januar 2019 wird nur noch der reguläre Betrag von 125 Euro gewährt.

Entlastungsbeiträge nur zweckgebunden

Allerdings ist der Entlastungsbetrag nur eine zweckgebunde Leistungen, die zur (Teil-)Finanzierung einer teilstationären Tages- oder Nachtpflege, einer vorübergehenden vollstationären Kurzzeitpflege oder von Leistungen ambulanter Pflegedienste verwendet wird. Als Ausnahmen gelten hier Unterstützungen im Alltag, etwa für Konzertbesuche sowie für Putz-, Koch- und Einkaufshilfen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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