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EU-Aktionspläne sollen Klimaschutz und Fintechs fördern

EU-Aktionspläne sollen Klimaschutz und Fintechs fördern

Neuer Aktionsplan der EU-Kommission: Banken, Versicherer und die Pensionsfonds sollen die angepeilten Klimaziele in Höhe von jährlichen 180 Milliarden Euro mitfinanzieren. Gelingen soll dies durch Nachhaltigkeitspakete, die sowohl in Beratung als auch Aufsicht fließen sollen.

Ausgangspunkt für diesen „Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen“ ist das Pariser-Klimaschutz-Abkommen von 1995.

Pariser-Klimaschutzabkommen als Basis

Der Aktionsplan, den die Kommission in der vergangenen Woche veröffentlicht hat, basiert auf Empfehlungen eine Fachkommission der betroffenen Branchen sowie aus europäischen und internationalen Institutionen. Um diesen Aktionsplan umzusetzen, seien jährlich etwa 180 Milliarden Euro erforderlich. Zu den in Paris vereinbarten Klimazielen gehört unter anderem, bis 2030 die Emission von Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent einzuschränken. Ziele, die nach Ansicht Valdis Dombrovskis, zuständiger EU-Kommissar für Finanzdienstleistungen, nur „mithilfe des Finanzsektors“ aufzubringen sind.

EU-Kennzeichen für „grüne“ Finanzprodukte

Zu den Kernkomponenten des Aktionsplan gehört ein einheitliches EU-Klassifikationssystem, um so eindeutige Bereiche zu definieren, in denen nachhaltige Investitionen sich effektiv entfalten können. Dazu wird ein EU-Kennzeichen für „grüne“ Finanzprodukte etabliert. Außerdem soll die „Pflicht“ von Vermögensverwaltern und institutionellen Anlegern hinsichtlich der Kriterien um Nachhaltigkeit bei den Investitionsabläufen sowie der Offenlegungs-Vorschrift geklärt werden. Dazu fordert der Plan außerdem eine „größere Transparenz der Unternehmensbilanzen“.

Auch IDD und Mifid 2 sollen Nachhaltigkeit fördern

Der Aktionsplan ergänzt dabei die Anpassungen zu IDD und Mifid 2 ideal. Besonders die dadurch resultierende Beratungsverpflichtung, Kundenpräferenzen hinsichtlich der Beratung und Produktempfehlung abzufragen, lässt sich hinsichtlich Nachhaltigkeit erweitern: Dazu sind lediglich die sozialen- sowie die Umweltpräferenzen des Kunden zu erfragen. Um dies sicherzustellen, sollen zum 2. Quartal 2018 die Durchführungs-Rechtsakte zu IDD und Mifid 2 entsprechend angepasst werden.

EU-Sandbox für Fintech-Experimente

Ein weiterer Aktionsplan betrifft den „wettbewerbsfähigeren und innovativeren Finanzmarkt“, um Europa zu einem „globalen Fintech-Zentrum“ zu etablieren. Dazu sollen neue Vorschriften geschaffen werden, damit „Crowdfunding-Plattformen“ im gesamten EU-Binnenmarkt Wachstumschancen erhalten. Durch die Schaffung einer „EU-weiten Lizenz“ könnten Crowdfunding-Plattformen europaweit expandieren. Durch die Ermöglichung von „grenzüberschreitenden Tätigkeiten“ könnten Anleger und Unternehmer aus ganz Europa zusammenkommen. Passend dazu soll es einen „Sandkasten“ geben, damit Innovatoren unter Aufsicht der europäischen Finanzbehörden „lebensechte Experimente unter kontrollierten Bedingungen“ durchführen können.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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