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DWS wegen aggressivem Geschäft abgemahnt

DWS wegen aggressivem Geschäft abgemahnt

Verbraucherschützer haben die Deutsche Asset Management Investment GmbH (DWS) abgemahnt. Grund ist ein irreführender und aggressiver Kundenumgang. Die DWS hat die entsprechende Unterlassungserklärung akzeptiert, widerspricht jedoch wesentliche Punkte.

Insbesondere weist die Fondsgesellschaft Kritik an ihren geschäftlichen Praktiken zurück. Die DWS wäre aufgrund formeller Gründe abgemahnt.

Schriftlich unter Druck gesetzt?

Bereits im November 2017 wurden Kunden der Gesellschaft schriftlich über bevorstehende Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) informiert. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wurden Kunden, die diesen Änderungen widersprachen, seitens der DWS mit einem weiteren Schreiben unter Druck gesetzt.

Unterschiedliche Ansichten

Die Fondsgesellschaft, eine Tochter der Deutschen Bank, relativiert die Kritik der Verbraucherschützer. Diese Kritik wie auch die Abmahnung würde sich, so die Stellungnahme der DWS, nicht auf die Kundeninformation zur AGB-Änderung der DWS-Depots, sondern lediglich allein auf das Antwortschreiben der DWS auf Widersprüche der Kunden beziehen. Die Verbraucherschützer sehen das anders.

Zustimmung zur Unzulässigkeit

So erhielten auch Kunden diese Informationen, deren fondsbasierten Altersvorsorgeprodukte nur mittelbar mit den Änderungen für Depotkunden zu tun haben. Bei den Beschwerden der Stuttgarter Verbraucherschützer ging es hauptsächlich jedoch um eine AGB-Klausel, mit der die DWS allen Anschein nach Vertriebsprovisionen einbehalten wollte, die gesetzlich hingegen den Verbrauchern zustehen würden.

Serviceblatt ohne Rechtsbelehrung

Wer dieser Änderung widersprach, erhielt ein „Serviceblatt“ mit der Bitte um Rücksendung. Dort war nur möglich, dieser Klauseln oder aber die Übertragung des Altersvorsorgevertrages auf einen neuen Anbieter zuzustimmen. Die Verbraucherschützer kritisierten, dass es in diesem Fall keine weitere Alternative gab, und werteten dies als Druckmittel, das unzulässig sei. Außerdem wurden die Kunden nicht über die Möglichkeit informiert, ihren Widerspruch aufrechtzuerhalten.

Keinerlei faktische Relevanz

Was nach Ansicht der DWS hingegen eine, sogar vom Bundesgerichtshof gebilligte Vorgehensweise sei, die auch nicht Gegenstand der Abmahnung gewesen ist. Außerdem würde die DWS für diese Produkte überhaupt keine Vertriebsprovisionen erhalten. Entsprechend würde die beanstandete Klausel über keinerlei faktische Relevanz verfügen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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