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Generali: Zwischen Run-off und Selbstabwicklung

Generali: Zwischen Run-off und Selbstabwicklung

Die Generali kann sich offensichtlich nicht recht entscheiden, was mit den klassischen Lebensversicherungsbeständen geschehen soll. Ob die Altbestände intern abgewickelt werden (Run-off), oder doch noch an eine externe Gesellschaft verkauft werden, ist völlig offen.

Das erklärte Giovanni Liverani, Chef der Generali-Deutschland, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ).

Kundenzufriedenheit oberste Priorität

Demnach sind die ursprünglichen Pläne der Generali, rund vier Millionen Altverträge der klassischen Lebensversicherung in einem Run-off an einen externen Investor zu verkaufen, doch noch nicht begraben. Eine unproblematische Lösung für den Versicherer wäre es laut Liverani, dass das Portfolio der Generali an einen professionellen Anbieter übergeben werden könnte, der die volle Kundenzufriedenheit garantieren kann.

Offene Fragen zur Abwicklung

Die Generali, mit Brutto-Beitragseinnahmen von 3,6 Milliarden Euro einer der größten Lebensversicherer in Deutschland, will ab dem ersten Quartal diesen Jahres keine neuen Policen über ihre Unternehmenstöchter anbieten. Das komplette Neugeschäft wird eingestellt, bestehende Bestände sollen abgewickelt werden – nur wie, ist noch nicht völlig klar. Zuletzt hatte Generali-Chef Philippe Donnet erklärt, dass bestehende Garantiezins-Verträge sehr viel Kapital binden, da die Versicherer aufgrund bestehender Garantien mehr Eigenmittel zurückhalten müssen.

Regierung möchte stärker Regulieren

Durch eine Abwicklung, einen sogenannten „Run-off“, wird dieses Kapital für neue Investitionen freigesetzt. Wenn allerdings langfristig Leben-Verträge an einen externen Investor abgetreten werden, entstehen allerdings nicht unerhebliche Gefahren von Reputationsschäden. Kunden befürchten, dass der Ausverkauf der Verträge zu ihren Lasten geht und letztlich nur die Interessen der Versicherer zählen. Die CDU/ CSU-Bundestagsfraktion kündigte deshalb an, strengere Regulierungen der Run-off-Geschäfte prüfen zu wollen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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