Progressiv

Wohin soll die Reise gehen?

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Manchmal könnte man meinen, Versicherungsmakler seien Getriebene. Getriebene einer überbordenden Bürokratie und Regulierung, ständig mit einem Bein in der Haftung und vor dem Hintergrund sinkender Vergütung ein Auslaufmodell. Doch wohin geht die Reise? Worin bestehen die unternehmerischen Herausforderungen? Die wichtigsten Zukunftsthemen für Versicherungsmakler hat die Deutsche Makler Akademie (DMA) in einer Umfrage kürzlich erhoben.

Was bewegt die Makler künftig wirklich? Geht es nach den DMA-Umfrageteilnehmern, sehen fast zwei Drittel (64 Prozent) die steigenden Anforderungen durch eine zunehmende Regulierung des Berufsstandes als größte Barriere an.

Nicht ohne Grund, wartet doch eine ganze Reihe von Gesetzesvorhaben nur darauf, umgesetzt zu werden. Auf europäischer Ebene sind bereits die Novellierung des Finanzanlagenrechts (MiFID II) und die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie entschieden und die Novellierung des Versicherungsvermittlerrechts (IMD II) befindet sich zumindest auf der Zielgeraden. Fakt ist: Die Spielregeln werden für alle Marktteilnehmer deutlich anziehen.

LVRG: Was nun? Pünktlich zum Jahresbeginn startete die nächste LVRG-Stufe. Wenn der ein oder andere Versicherer bereits Vergütungsveränderungen aufgrund der bilanziellen Deckelung der Abschlusskosten angekündigt hat, bleibt die Frage offen, wie sich die Veränderungen auf die konkrete Vermittlervergütung eines jeden einzelnen Maklers auswirken werden. Indes betrachten 51 Prozent aller DMA-Umfrageteilnehmer die Umstellung auf andere Vergütungsformen als wichtige zukünftige Herausforderung.

Norbert Lamers - Hauptgeschäftsführer Deutsche Makler Akademie (DMA)
Norbert Lamers – Hauptgeschäftsführer Deutsche Makler Akademie (DMA)

Implementierung von Servicegebühren? Viele Makler stellen ihre Kalkulation sukzessive auf eine laufende Courtage um, liebäugeln mit Servicegebühren und wollen bestimmte Beratungsleistungen auch auf Honorarbasis anbieten. Die eigene Beratungsleistung dem Kunden zu verkaufen ist deutlicher Paradigmenwechsel. Funktionieren können solche Modelle nur bei einer hohen Qualität und Transparenz der Dienstleistung. Integrität, Kompetenz und Professionalität sind damit die entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Zukunft. 56 Prozent aller Umfrageteilnehmer planen gezielt Investitionen in Technik, Mitarbeiter und Weiterbildung. Viele Makler nutzen die anstehenden Themen auch, um ihr Geschäftsmodell konstruktiv zu hinterfragen. So wollen sich 56 Prozent aller Makler zukünftig auf ertragreiche Kunden und 49 Prozent aller Makler auf ertragreiche Sparten und Produkte fokussieren.

Für Experten ist das Glas halb voll und nicht halb leer.

Fazit. Bei aller Statistik kann man eine deutliche Tendenz im Markt beobachten: Die Sorge einzelner Makler vor einer zunehmenden Regulierung sinkt – mit dem steigenden Professionalisierungsgrad des eigenen Unternehmens. Viele Marktteilnehmer, die bereits heute gut aufgestellt sind, suchen gezielt die Chancen, die sich daraus ergeben, dass zukünftig weniger Makler mitspielen.

1 Kommentar

  1. Es gibt so viele Chancen am Markt, man muss Sie nur ergreifen!
    Bei der Network Convention habe ich auch das Seminar des obigen Herren Norbert Lamers gelauscht – sehr sympathische und kompetente Version.
    Für einen Veränderungsfähigen Makler sind die kommenden Veränderungen auf jeden Fall eine Chance – die Kunden müssen weiterhin kompetent betreut werden, aber der Versicherungsmarkt an Vermittlern wird drastisch schrumpfen.

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