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Kanada verbietet Provisionen

Kanada verbietet Provisionen

Seit 2013 gilt in Großbritannien das Provisionsverbot. Nun will auch Kanada nachziehen, die Finanzaufsicht des Landes hat sich ausdrücklich für ein solches Verbot ausgesprochen.

Nach Willen von Verbraucherschützern sollen bis 2023 auch in Deutschland keine Provisionen mehr erlaubt sein.

VZBZ ist überzeugt, Provisionsverbot durchzusetzen

Die kanadische Finanzaufsicht plant ein Verbot von Provisionen in der Anlageberatung und orientiert sich dabei am Mutterland Großbritannien. Dort sind bereits seit 2013 keinen Provisionen mehr erlaubt. In Deutschland gibt sich der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBZ) überzeugt, spätestens bis 2023 eine entsprechende Regelung durchzusetzen.

Erfahrungen in GB und Kanada würden für sich sprechen

Dorothea Mohn, Leiterin des Teams „Finanzmarkt“ beim VZBZ ist überzeugt davon, dass ein Verbot von Provisionen im Sinne der Verbraucher ist und sich durchsetzen wird. Die Erfahrungen in Großbritannien und Kanada würden für sich sprechen, denn „schlechte Finanzberatung ist weltweit ein Ärgernis“, so Mohn.

Provisionsberatungen sind nicht kostenlos

Viele Verbraucher würden davon ausgehen, dass Provisionberatungen kostenfrei wären – was diese allerdings keineswegs sind, denn die Provisionen finanzieren sich aus den Gebühren und Beiträgen. Dorothea Mohn regt deshalb einen Wechsel zur honorarbasierten Beratung an. Für den Übergang könnten dann die Vergütungsmodelle der Länder als Vorlage dienen, in denen Provisionen bereits verboten sind.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBZ) fordert, dass die Bundesregierung Provisionen bis 2023 komplett abschafft. In den fünf verbleibenden Jahren hätten Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister genügend Zeit, sich auf diese Branchenveränderung einzustellen.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

3 Kommentare

  1. Wenn ich mir im Bekleidgungsgeschäft eine Hose kaufe und dazu beraten lasse, dann ist die Beratung beim Kauf der Hose doch auch nicht kostenlos. Wenn ich mir die Hose ohne Beratung kaufe, kostet sie dasselbe. Warum sollte das bei Versicherungen anders sein. Ich kann nicht nachvollziehen. Außerdem wäre es doch auch mal interessant, in welcher Höhe diese Verbraucherschützer für ihre Arbeit entlohnt werden.

  2. Wenn ein Makler ein schlechtes Produkt über Honorarvereinbarung verkauft, warum soll es dann besser sein als wenn er klass. Courtage dafür erhält? Im Gegenteil. Wenn VN es dann (nach x-Monaten) feststellt und storniert dürfte es schwieriger für VN werden sein Honorar zurück zu erhalten, oder? Der Makler hat also kein Risiko mehr zu tragen für schlechte Beratung. Ist dies Verbraucherschutz? Es ist ja nicht verboten schlechte Produkte zu verkaufen. Die Kunden werden durch Honorarzahlungen ja auch nicht intelligenter. Erstaunlich ist ja auch, dass dieselben Politiker, die integrierte Courtagen für schlecht halten, sich extrem wehren, wenn sie Nebeneinkünfte offen legen sollen…

  3. Mich wundert, daß Kanada ein Provisionsverbot mit dem Verweis auf England einführen will. Gerüchteweise überlegt doch die englische Finanzaufsicht gerade, ob sie das Provisionsverbot wieder lockern soll, weil zur allgemeinen „Überraschung“ in England nun Kunde mit Kleinverträgen nicht mehr beraten werden … weil z.B. die Beratungshonorare die Versicherungsbeiträge deutlich übersteigen …

    Letzlich machen sich die Verbraucherschützer mit ihren Forderungen zum Popanz der Versicherungswirtschaft, da Verbraucher gezwungen werden bei Kleinverträgen selber im Internet zu recherchieren und mangels Fachkenntnissen im Zweifel der billigeren Versicherung den Vorzug geben, obwohl nennenswerte Risiken nicht abgedeckt werden. Oder sie lassen sich kostenpflichtig bei der Verbraucherzentrale beraten, die für die Beratung natürlich nicht haften muss … wozu auch, wo doch die Beratung bei Verbraucherschützern bekanntermaßen stets objektiv und fehlerfrei erfolgt … *rofl*

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