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InsurTech-Apps im Test – wer wurde Sieger?

Gruppe Kinder beim Tauziehen

Mittlerweile spricht nicht nur die Versicherungs-Branche von InsurTech-Apps – durch Banner- und sogar TV-Werbung wurde gefühlt jedem Nutzer im deutschsprachigen Raum versprochen, den Umgang mit Versicherungen einfacher zu gestalten und dadurch bares Geld zu sparen.

Das Portal versicherungsapps.com hat diesen Trend rechtzeitig erkannt und will bei der schweren Entscheidung, welcher der InsurTech-Anbieter am Markt den individuellen Bedürfnissen der Nutzer am besten genügt, helfen. Im Rahmen eines Tests wurden die fünf größten Versicherungs-Apps in einem differenzierten Test geprüft.

Testsieger: simplr

Obwohl die Ansätze der getesteten Anbieter teilweise durchaus differieren und auf unterschiedliche Nutzerinteressen zugeschnitten sind, konnte im Versicherungs-App-Test als Fazit ein Punktsieger ermittelt werden. Getestet wurden die InsurTech-Apps Knip, GetSafe, Clark, asuro und simplr. Im Zentrum des Tests stand die Frage, ob der gebotene Funktionsumfang der Applikationen auch tatsächlich bietet, was die Werbung verspricht. Das größte Manko im Testvergleich war das Thema des Maklermandats, bei dem es die größten Unterschiede gab. Testsieger wurde die simplr-App, die auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit führte. Das Votum der Tester stimmte dabei mit dem Community-Votum überein.

Nicht alle Apps reizen technische Möglichkeiten voll aus

So lassen sich über die Apps der Anbieter alle Versicherungspolicen überblicken und verwalten. Damit ist der digitalisierte Versicherungsordner kein leeres Versprechen – der Papierkrieg gehört tatsächlich der Vergangenheit an. Knip, simplr und asuro haben den beiden anderen Konkurrenten sogar voraus, dass die Nutzer ihre Policen direkt per Smartphone einscannen können.
Bedauerlich ist aber, dass nicht alle Anbieter ihre technischen Möglichkeiten voll ausreizen. Während simplr den vollen Funktionsumfang der Smart Devices nutzt, fällt GetSafe in diesem Bereich durch; auch das Scannen von Policen via Smartphone kann GetSafe (noch) nicht. Eine digitale Schadensmeldung inklusive Foto und Sprachnachricht ist ebenfalls noch nicht vorgesehen – bei simplr und asuro jedoch bereits Standard.

Größtes Manko: Maklermandat

In Sachen Benutzerfreundlichkeit gibt es keine getestete App, die komplett aus dem Rahmen fällt. Alle Apps stehen sowohl für iOS- als auch für Android-Systeme zur Verfügung, laufen schnell und flüssig und lassen sich äußerst intuitiv bedienen. Knip neigt jedoch dazu, so die Tester, in seltenen Fällen zu haken.
Größtes Manko ist jedoch das Maklermandat. Hier weisen die fünf Testkandidaten die größten Unterschiede auf. Die meisten Versicherungsmakler, aber auch einige Gesellschaften, sehen aus diesem Grund viele Apps ziemlich kritisch.  Nicht immer ist sich der Nutzer über die Tragweite des Maklermandates der App bewusst und der angestammte Versicherungsmakler wird nicht willentlich ausgebootet und ersetzt. Hier ist es wichtig, diesen Aspekt den Nutzern deutlich zu vermitteln. Clark und simplr weisen ganz klar auf die Konsequenzen des Maklermandats hin und beugen somit Missverständnissen vor. Clark bietet vor Erteilung des Mandats einen Bedarfscheck, worauf GetSafe jedoch völlig verzichtet: Ohne erteiltes Maklermandat ist die GetSafe-App absolut nutzlos. Knip verfügt seit dem aktuellen Update auf die Version 2.0.0 über die Möglichkeit der grundlegenden Policenverwaltung ohne Maklermandat. Asuro bietet seinen Nutzern bereits in der kostenlosen Grundversion die eigenständige Policenverwaltung. Testsieger simplr hingegen bieten mehr: Nutzer können simplr nicht nur ohne Mandat nutzen, sondern die Nutzer können auch ihren angestammten Makler behalten, sofern dieser die simplr-App auch benutzt.

Wer jedoch ganz bewusst einen der Anbieter als seinen Makler einsetzen möchte, ist bei allen der getesteten Apps gut aufgehoben. Die benötigte Unterschrift ist auf dem Touchscreen unkompliziert möglich, genauso wie die anschließende Kommunikation und Auftragserteilung durch die Berater.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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