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EU-Parlament sieht Handlungsbedarf bei FinTechs

EU-Parlament sieht Handlungsbedarf bei FinTechs

Das EU-Parlament hat einen aktuellen Bericht zu FinTechs und InsurTechs vorgelegt. Beklagt werden die Themen Rechtssicherheit, Daten- und Cyberschutz. Grundsätzlich wird die Entwicklung jedoch als positiv bewertet.

Dennoch bleiben zahlreiche offene Fragen. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Europa-Parlamentarier beim Thema Robo-Beratung.

Positive Nebeneffekte deutlich spürbar

Mit „Handlungsbedarf“ dürfte dann auch der grundsätzliche Tenor des Berichts überschrieben werden. Mit großer Mehrheit beschloss das EU-Parlament in dieser Woche, dass die EU-Kommission einen „umfassenden Aktionsplan zur Finanztechnologie“ erarbeitet und vorlegt. Bereits jetzt wurde erkannt, dass Fin– und InsurTechs auch solchen Menschen Zugang zu hochwertigen Finanzdienstleistungen ermöglichen, die diese sich vorher nicht leisten konnten. Auch sonst sind die Nebeneffekte neuer digitaler Finanztechnologien in Form von Kostensenkungen, Effizienzgewinne und höherer Transparenz deutlich spürbar.

FinTech-Aktionsplan gefordert

Auf der anderen Seite werfen die neuen Innovationen grundsätzlich auch gravierende rechtliche und gesellschaftliche Fragen auf, wie es in dem Bericht weiter heißt. Betont wird einschränkend, dass dieser Bericht keinesfalls fertige Lösungen bietet, sondern lediglich die „richtigen Fragen“ auf den Weg zu einer „zukunftsorientierten europäischen Politik im Bereich der Finanztechnologien“ schicken will. Mit dem geforderten FinTech-Aktionsplan soll der Schwerpunkt auf die Bedürfnisse von Privatkunden und Kleinanleger gelegt werden. Grundsätzlich soll unerheblich sein, welcher Vertriebsweg oder Kundenstandort besteht – auch für FinTech-Dienstleistungen gelten „dieselben Verbraucherschutz-Standards wie für andere Finanzdienstleistungen“.

Robo-Advisors bergen Risiken

Das EU-Parlament sieht ihren Handlungsbedarf in der erheblichen rechtlichen Unsicherheit, die auch im Interesse der Unternehmen beseitigt werden muss. Kunden dürfen nicht aufgrund ungenügend regulierter InsurTech-Unternehmen Opfer mißbräulicher Verkäufe werden. Besonders soll es um eine Regulierung der „Robo-Advisors“ gehen, die mittels persönlicher Daten und in Verbindung mit Algorithmen bestimmte Dienstleistungen erbringen. Trotz hoher Effizienz besteht die Gefahr, dass bei mangelnder Kontrolle Risiken nicht erkannt werden und dadurch hohe Schäden entstehen können.

Kern der bevorstehenden Regulierungen und Maßnahmen ist der Mangel an beständiger Schutzstrukturen. Durchgängige Schutzmechanismen wären jedoch in der gesamten Wertschöpfungskette für Finanzdienstleistungen geboten.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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