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Bundesregierung verzichtete auf Gipfel-Versicherung

Bundesregierung verzichtete auf Gipfel-Versicherung

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Bundesregierung es abgelehnt, anlässlich des G20-Gipfel in Hamburg eine Versicherung gegen Schäden bei Ausschreitungen abzuschließen.

Der G7-Gipfel 2015 im Schloss Elmau war hingegen versichert. Möglich wäre eine Versicherung zum G20 durchaus gewesen – und sinnvoll auch.

Versicherungslösung für G20 lag vor

Mit einer solchen Versicherung hätte die Bundesrepublik Schäden durch gewalttätige Proteste von Privatpersonen und Gewerbetreibenden abgesichert, die nicht durch deren eigene Versicherung gedeckt worden wäre. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) auf Berufung eines internen Schreibens des „Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft“ (GdV) berichtet, bot der GdV dem Auswärtigen Amt eine ähnliche Versicherungslösung wie bereits vor zwei Jahren, anlässlich des G7 in Bayern.

Keine Auskünfte von der Bundesregierung

Zum G7-Gipfel wurde die Entschädigung für Opfer von Protesten auf 10.000 Euro begrenzt und bezog sich dabei nur auf unterversicherte Schadensfälle an Gebäuden oder Fahrzeugen. Jedoch entstanden während des G7 kaum Schäden, wie die Versicherungskammer Bayern (VKB) bestätigt. Zum G20 hieß es jetzt, dass die öffentliche Hand für den Hamburger Gipfel keine privatwirtschaftlich getragene Ergänzungsdeckung für Sachschäden erwerben wird. Über die Gründe gibt es keine Angaben.

Nun reguliert Regierung selbst

Nach den Ausschreitungen, die im Gegensatz zum G7 durchaus kalkulierbar waren, will die Bundesregierung nun unterversicherte Schadensfälle selbst regulieren. Vorher müssen die Geschädigten jedoch selbst prüfen, in welcher Höhe ihr Versicherer Ersatz leistet.

gelernter Journalist und MM-Prod.(FH), Jahrgang 1971, seit Dezember 2015 Redaktionsmitglied der proVision.

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